Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz

Der Branitzer Park bei Cottbus ist Lebens-, Alters- und Meisterwerk des exzentrischen Gartengestalters Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785–1871). Nichts lässt ahnen, dass dieses Idealbild der Natur auf Grundlage einer einstmals ebenen, kargen und teilweise ausgeräumten Agrarlandschaft angelegt wurde. Aus diesem Nichts geschaffene, fein geschwungene Erdmodellierungen, elegant geführte Seen- und Wasserläufe und in Vollendung gestaltete Gehölzkompositionen zeigen Branitz als Klimax der Entwicklung der Landschaftsgartenkunst und verschaffen ihm zu Recht den Stand eines Gartendenkmals von internationalem Rang.

Branitz gelangte 1696 in Besitz der Grafen von Pückler. Ab 1784 hatte die Familie ihren Wohnsitz in Muskau. Seit dieser Zeit war das Gut verpachtet. Nach dem Verkauf von Muskau 1845, wo Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871) seit 1811 einen Landschaftsgarten angelegt hatte, zog er nach Branitz zurück. Noch im selben Jahr begann er mit der neuen Parkanlage.

Der von ihm geschaffene Landschaftspark, der unter dem Nachfolger Heinrich Graf von Pückler (1835-97) vollendet wurde, ist ein Gartenkunstwerk von internationaler Bedeutung. Der namhafte Schriftsteller und Weltreisende Fürst Pückler war neben Peter Joseph Lenné und Friedrich Ludwig von Sckell einer der bekanntesten deutschen Gartengestalter des 19. Jahrhunderts.

Der Branitzer Park ist ein nach dem "Zonierungsprinzip" angelegter Landschaftsgarten mit gestalterisch differenzierten Parkbereichen. Der "Innere Park" mit dem Gelände der Ökonomie und der Gärtnerei ist auf einer Fläche von ca. 100 ha angelegt. Fürst Pückler gestaltete außerdem die den Park umgebende Feldflur, den "Äußeren Park" als "ornamental farm" auf einem Gesamtareal von ca. 600 ha. Um das Schloss legte er einen sehr reich mit Blumenbeeten, Plastiken, weiteren Schmuckelementen und Ziergehölzen ausgestatteten Pleasureground (den Blumenpark) an. Hier verwendete Pückler auch fremdländische Gehölze, während er im Park nur einheimische pflanzen ließ. Für die Gestaltung des Parks nutzte Fürst Pückler den anstehenden hohen Grundwasserstand und die in der Nähe gelegene Spree, um in seinem Park ein künstliches Gewässersystem zu schaffen. Mit dem Aushub aus den Seen und Kanälen ließ er das gestalterisch vollendete Geländerelief des Parks anlegen.

Besonders schön ist die Schilfseepartie modelliert. Die Pyramidenebene mit der ehemals stufenförmig erbauten Landpyramide (1860-63) und dem Tumulus (1856-57) beeindruckt durch ihre einzigartige Wirkung. Fürst Pückler ist 1871 im Tumulus (der Seepyramide) beerdigt worden. 1884 wurde auch seine 1854 verstorbene Frau und Lebensgefährtin, Lucie von Pückler-Muskau (geb. 1776), dorthin umgebettet.

Durch meisterhafte Gruppierung der Gehölze, künstlerisch gelungene Behandlung des Reliefs und geschickte Wegeführung schuf der Fürst mit dem Park eine Art Bildergalerie, in der sich dem Betrachter beim Spazieren gehen eine Folge dreidimensionaler Gartenbilder darbietet.

Im Zentrum der Anlage befindet sich das 1770-72 erbaute Schloss. Es beherbergt das Fürst-Pückler-Museum mit historischen Wohnräumen und einer Ausstellung zum Leben und Werk des Fürsten Pückler sowie die Cottbuser Sammlung mit Gemälden von Carl Blechen. Dem Schloss gegenüber liegen der Marstall mit Ausstellungsräumen und das Kavalierhaus, in dem sich eine Gaststätte befindet.

Zwischen beiden Gebäuden befindet sich die Pergola mit Reliefs des dänischen Bildhauers Berthel Thorwaldsen, Antikenkopien aus Zinkguß und ein Bronzeabguß der Venus Italica von Canova. An Gebäuden sind im Park außerdem zu sehen: am südöstlichen Ende des "Inneren Parks" die neogotische Parkschmiede, im Norden das klassizistische Cottbuser Torhaus, und die historische Schloßgärtnerei mit dem Ananashaus.

Eine der wichtigsten Investitionsmaßnahmen der Stiftung Fürst-Pückler- Museum Park und Schloß Branitz war die Wiederherstellung und Gestaltung des Branitzer Gutshofes. Ab Juli 2006 wurde hier das Besucherzentrum mit Information, Museumsladen und Ausstellung untergebracht.

Im Jahr 2015 wurde das Wahrzeichen des Branitzer Parks, Fürst Pücklers Grab-Pyramide, nach aufwändiger Restaurierung der Öffentlichkeit übergeben. Um die charakteristische Färbung der Weinbepflanzung zu erreichen, sind von den ursprünglichen Pflanzen genetisch identische Nachkommen gezogen und gepflanzt worden. Weitere umfassende Restaurierungsarbeiten im Umfeld unterstreichen die wiedergewonnene majestätische Ausstrahlung der Seepyramide.

Anschrift
Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz
Robinienweg 5
03042 Cottbus
Telefon
0355 75150
Fax
0355 75 15230
Öffnungszeiten
Schloss und Gutshof :
01. November - 31. März
Dienstag - Sonntag: 11:00 - 17:00 Uhr

01. April - 31.Oktober
täglich von 10:00 - 18:00 Uhr

Marstall:
01. April bis 31. Oktober
täglich 10:00 – 18:00 Uhr
News
Öffentliche Führungen:
Park und Schloss: nach Anmeldung,
Tel.: 0355 75150

Museumspädagogische Angebote: auf Anfrage
  • Mai bis September: jeden Samstag, 14:00 Uhr ab Gutsökonomie Branitzer Park
  • Tel. 0355 7542-494

Konzerte im Schloss und Gutshof:
Programme und Kartenreservierungen über Konzertverein Branitz
Tel.: 0355 824277
E-Mail-Adresse