Aus dem Bericht von Oberbürgermeister Frank Szymanski auf der 2. Stadtverordnetenversammlung am 24. September 2014

„Die Doppelwahl am 14. September ist Geschichte. Die Stadt als Wahlbehörde hat ihre Aufgabe sehr gut erfüllt. Ich möchte mich beim Wahlbüro und bei den vielen Wahlvorständen ganz herzlich bedanken. Mein Dank geht an die Bürgerinnen und Bürger sowie an die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die sich für dieses Ehrenamt zur Verfügung stellten. Das große Team von Wahlleiter Carsten Konzack hat die Aufgaben hervorragend erfüllt.
Unser aller Glückwunsch geht an Kerstin Kircheis und Prof. Michael Schierack, die die Wahlkreise gewannen, und an Heidi Schinowsky, Martina Münch und Matthias Loehr, die über die Liste in den Landtag einzogen. Wir gehen davon aus, dass sie die Interessen der Cottbuser mit Herz und Verstand engagiert vertreten.
Ich gratuliere noch einmal Holger Kelch zur Wahl als Oberbürgermeister und wünsche ihm eine glückliche Hand und viel Erfolg. Mit einer kollegialen Übergabe der Amtsgeschäfte will ich dazu meinen Beitrag leisten.“

„Nach monatelangen Vorbereitungen und intensiven Proben erlebte Beethovens Freiheitsoper ‚Fidelio‘ in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus am 28. Juni ihre Premiere. Mit dabei waren über 300 Mitwirkende auf der Bühne und mehr als 1000 Besucher auf den Zuschauerrängen. An sieben Abenden sahen rund 8000 Menschen die Inszenierung von Martin Schüler.
Mit diesem Projekt verwirklichten Menschenrechtszentrum und Staatstheater ein in unserer Region bisher beispielloses Theaterprojekt. Die aktive Mitwirkung ehemals in Cottbus Inhaftierter im großen Abschlusschor macht die Einzigartigkeit dieser Inszenierung deutlich.
Erfreulich viele Besucher hat auch die Fotoausstellung ‚Cottbus Herbst 1989‘ von Michael Helbig und Rainer Weisflog im Rathaus. Das Kinder- und Jugendtheater Piccolo knüpfte in diesem Jahr erfolgreich an seine Tradition des Sommertheaters auf dem Klosterplatz an. Mit ‚Shakespeare in Love‘ verband die diesjährige Inszenierung die Bühnenklassikerstoffe Romeo und Julia sowie Hamlet mit den Songs der Beatles zu einem ganz besonderen und leichten Sommertheatergenuss.“

„Die Dixieland Stompers feierten ihr 30-jähriges Jubiläum mit dem 20. Cottbuser Dixielandfest. 500 Begeisterte ließen sich von der exzellenten Musik und der überschäumenden Spielfreude der Musiker aus Cottbus und Berlin anstecken und mitreißen. Aber auch die vielen anderen sommerlichen Veranstaltungen gefielen den Cottbusern und ihren Gästen. Der Staffellauf Zielona Gora - Cottbus endete wie fast immer mit einem polnischen Sieg.
Die hochkarätigen Radsportveranstaltungen im Sportzentrum entsprachen den hohen Erwartungen. Der Große Preis von Deutschland am 27. und 28. Juni, die dritten ‚Cottbuser Nächte‘ vom 22. bis 24. August und die 128. Deutschen Meisterschaften im Bahnradsport vom 3. bis 7. September bewiesen, dass Cottbus Radsporthochburg ist und bleibt.
Im Sportzentrum gab es einen 60. Geburtstag. Die Lausitzer Sportschule feierte mit aktiven und ehemaligen Sportlerinnen und Sportlern das runde Jubiläum. Die Schule in der Linnestraße ist das Kraftzentrum des Cottbuser und Lausitzer Sports. Ereignisreich war der Sommer besonders in unserem Parkareal. Dort feierten Anfang Juni zwei Cottbuser Attraktionen den 60. Geburtstag. Die Partys im Tierpark und bei der Parkeisenbahn fanden unter großer Beteiligung der Cottbuserinnen und Cottbuser statt. Fertiggestellt ist inzwischen auch das Raubtierhaus, das neue Herz unseres Tierparks. Die Europäische Union förderte die Erneuerung und Sanierung des Hauses im Rahmen ihres Programmes zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit (Interreg IVa) in der Euroregion Spree-Neiße-Bober mit 852.400 Euro. Die Stadt Cottbus war mit 150.400 Euro dabei. In enger Abstimmung mit unserer polnischen Partnerstadt Zielona Gora wird der Cottbuser Tierpark zu einem Zoo für die gesamte gemeinsame Euroregion weiter gestaltet und entwickelt.
Beim diesjährigen 12.Tag der Vereine präsentierten über 100 Vereine die Vielfalt des ehrenamtlichen Engagements in unserer Stadt.
Für die Spielplanpräsentation waren zwei Anläufe erforderlich. Tausende Cottbuser sahen das charmante Spektakel im Park. Mit Ungeduld warten wir nun auf die Fertigstellung der Wasserpyramide.“

„Auf großes Interesse sind die in den Sommerferien durch die Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur organisierten Sommerkurse Sorbisch/Wendisch gestoßen. Sie verbinden intensiven Sprachunterricht mit Vorträgen zur Geschichte und Kultur sowie Entdeckungstouren.
Erneut eine Erfolgsgeschichte war auch der Sommerleseclub unter dem Motto ‚Wir verschlingen Bücher‘: 235 Cottbuser Schülerinnen und Schüler haben sich von der bundesweiten Leseförderungsaktion anstecken lassen.
Ebenso erfolgreich wird sicherlich der ‚22. Cottbuser Leseherbst‘ werden. Es ist bundesweit einzigartig, dass so verschiedene städtische Einrichtungen wie sie in der Interessengemeinschaft ‚Bücher in Cottbus‘ vereint sind, in Sachen Buch seit vielen Jahren kooperieren. Heute findet „Lesen und Leute“, die Auftaktveranstaltung des 22. Cottbuser Leseherbstes, in der Stadt- und Regionalbibliothek statt. Es folgen interessante Monate mit 35 Veranstaltungen und über 80 Akteuren, darunter viele Cottbuser. Die Stadt- und Regionalbibliothek, ihr Förderverein ‚Bibliothek und Lesen‘, die Buchhandlung Hugendubel, das Obenkino des Jugendkulturzentrums Glad-House, die Städtischen Sammlungen Cottbus und die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz laden zu Lesungen, Gesprächen, Musik und mehr ein.“

„Hunderte Cottbuser waren Mitte September Gäste des Weinfestes in Zielona Gora. Das Volksfest dort wird immer attraktiver. Es war wie immer auch der Termin für die Unterzeichnung der neuen Jahresvereinbarung zur Gestaltung der Städtepartnerschaft. Vizepräsident Krzysztof Kaliszuk und Geschäftsbereichsleiter Berndt Weiße setzten das Dokument in Kraft.
Schon am 5. September trafen sich die Verwaltungsspitzen aus Zielona Gora und Cottbus in der BTU, um gemeinsame Projekte für die Zukunft festzulegen. Für das 40-jährige Partnerschaftsjubiläum, das im Jahr 2015 begangen wird, wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, die im Oktober erste Vorschläge unterbreiten soll.
Einen Schwerpunkt in der neuen Förderperiode wird die Zusammenarbeit der Universität Zielona Gora und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg bilden. Es wurde verabredet, Studiengänge beider Universitäten noch enger kooperieren zu lassen. In diese Forschungsprojekte sollen die städtischen Gesellschaften eingebunden werden. Den Auftakt werden Besuche der jeweiligen Stadtwerke und der Wohnungsgesellschaften bilden, die sich mit dem Thema Energetisches Bauen befassen. Vereinbart wurde auch die Fortsetzung der Projekte im Branitzer Park und im Tierpark.“

„Gleichfalls darf ich Sie darüber informieren, dass mit Datum vom 11. September 2014 die DKB und die Arbeitnehmervertreter der SWC GmbH sich auf einen abschließenden Betrag zur Abgeltung der Übertragungsansprüche an die Arbeitnehmer geeinigt haben. Diese Einigung, die nunmehr seit mehreren Jahren ausstand, erfolgte in drei Mediationsterminen an meinem Tisch.
Es wird in den nächsten Tagen die entsprechende notarielle Beurkundung hierzu erfolgen. Die Stadt Cottbus hat gegenüber beiden Parteien erklärt, auch diesen abschließenden Prozess zu begleiten, nachdem beide Seiten darum gebeten haben.
An dieser Stelle der Hinweis: Die städtischen Gesellschaften haben in den vergangenen acht Jahren 83 Millionen Euro Schulden getilgt.“

„In den vergangenen Monaten fanden in Brandenburg an der Havel, Cottbus und Frankfurt (Oder), also in den kreisfreien Städten, deren Status diskutiert wird, erfolgreiche Bürgerversammlungen statt, um auf dieses Thema aufmerksam zu machen.
Am 19. August haben Dr. Dietlind Tiemann, Dr. Martin Wilke und ich hier im Cottbuser Stadthaus gemeinsam mit der Bürgermeisterin aus Eisenhüttenstadt, Dagmar Püschel, dem Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Karl-Ludwig Böttcher, Vertretern der im Landtag vertretenden Parteien sowie Bürgerinnen und Bürgern sowohl über den Status der ‚kreisfreien Städte‘ wie auch über die finanzielle Situation der Kommunen diskutiert. Durch diese und die anderen beiden Veranstaltungen war es uns möglich, erfolgreich ein klares Signal der Geschlossenheit der kreisfreien Städte an die Landesebene, auf der letztendlich darüber entschieden wird, und auch an die Öffentlichkeit zu senden. In der kommenden Legislaturperiode werden die Städte sich weiterhin entschieden für den Erhalt der Kreisfreiheit einsetzen. Außerdem werden wir auf ein schnelles Entschuldungskonzept für finanzschwache Kommunen pochen.
Am 30. September gibt es ein weiteres Treffen der Oberbürgermeister der vier kreisfreien Städte mit den für ihre Gebiete gewählten Abgeordneten des Landtages im Rathaus in Potsdam. Auch hier soll die Erhaltung der Kreisfreiheit im Mittelpunkt stehen.“