Justitiar Leopold Jahr

(1805 - 1884, Amtszeit 1850 – 1880)

Leopold Jahr übernimmt die Amtsgeschäfte 1850. Zuvor war der studierte Jurist am hiesigen Patrimonialgericht als Justitiar tätig und im Frühjahr 1948 als Abgeordneter der Preußischen Nationalversammlung gewählt.

In seiner Amtszeit entwickelt sich die Stadt Cottbus von einer kleinen Niederlausitzer Gemeinde zur aufstrebenden Industriestadt. Mit dem Bau des Gaswerkes 1861 verbunden ist auch die moderne Beleuchtung der Straßen. Der Anschluss an das zentrale Eisenbahnnetz des Deutschen Reiches erfolgt ab 1866, in den folgenden Jahren werden in Cottbus die meisten Teppich- und Textilfabriken gegründet.

Die schnell anwachsende Bevölkerung der Stadt bringt auch den Neubau von Schulen mit sich, so z. B. 1867 das neue Gymnasium und 1875 die Mädchenmittelschule (1969 gesprengt).

Die Bürger nehmen zunehmend aktiven Anteil an der Gestaltung der Stadt, so mit dem 1872 gegründeten Verschönerungsverein. In seiner Amtszeit wird 1850 die katholische Kirche geweiht und dem Fürsten Pückler-Muskau 1857 der Ehrenbürgerbrief übergeben. Ihm zu Ehren wurde eine Straße benannt, jedoch mit dem Neubau des konsument-Kaufhauses 1967/68 verschwand die Jahrstraße aus dem Stadtbild.