Landgerichtsrat Johann Gottlob Roemelt

(† 1863, Amtszeit 1831-1849)

Roemelt tritt nach den Wahlen im Februar 1832 sein Amt als Oberbürgermeister an. In den folgenden Jahren erlebt Cottbus einen ersten wirtschaftlichen Aufschwung, jedoch werden auch die negativen Seiten der industriellen Entwicklung spürbar. So unternimmt Roemelt bereits 1841 einen ersten Versuch, in der Armendeputation des Magistrats Gelder einzusetzen, um den Arbeitslosen und Ärmsten der Stadt Arbeit zu ermöglichen. Diese Bemühungen bleiben jedoch ergebnislos.

Nach den Missernten um 1845 kommt es auch in Cottbus zu enormen Teuerungen der Lebensmittel. Erneut unternimmt Roemelt den Versuch, den Bedürftigen zu helfen, 1847 schlägt er sogar gemeinsam mit dem Magistrat die Einrichtung eines Arbeitsamtes vor. Im April 1847 mußte der Magistrat den Cottbusern mitteilen, dass ein Drittel des Steueraufkommens für die Armenfürsorge verwendet wird, jedoch fand Roemelt bei den Cottbuser Bürgern keine Unterstützung.

Im Zusammenhang mit den Unruhen in Cottbus im März und April 1848 unternahm Roemelt erneut einen Versuch, den städtischen Armen zu helfen. Am 23. April schlug er den Stadtverordneten ein Armenstatut vor und war bereit, auf ein Drittel seines Jahresgehaltes (500 Taler) zugunsten der Armen zu verzichten. Auf Grund des vehementen Protestes der Stadtverordnetenversammlung teilte der zuständige Landrat von Schönfeldt am 21. Mai 1848 mit, dass gegen den Cottbuser Oberbürgermeister Roemelt ein Disziplinarverfahren eröffnet wurde. Bereits am 2. Juni 1848 übernahm der Ober-Landesgerichts-Assessor Wilke die Verwaltung der Stadt. Die Cottbuser Stadtverordneten lehnten am 7. Juni 1848 das vorgelegte Armenstatut ab und Roemelt wurde 1849 endgültig pensioniert.