Kreisrichter Paul Werner

(1848 - 1927, Amtszeit 1892 - 1914)

Während der Amtszeit des Oberbürgermeisters Werner entwickelt sich Cottbus zur bedeutendsten Stadt in der Niederlausitz.

Paul Werner kommt 1892 als 1. Bürgermeister nach Cottbus, den Titel eines Oberbürgermeisters führt er ab 1894. Er hatte in Berlin und Bonn die Rechtswissenschaften studiert, war zunächst Kreisrichter in Kirchhain, 2. Bürgermeister in Bromberg und 1. Bürgermeister in Hamm/Westfalen.

Der bereits unter seinem Vorgänger begonnene Stadtbebauungsplan wurde nun weitergeführt. Seinen Initiativen zu verdanken ist der Ausbau der Stadt mit einer modernen Infrastruktur: 1897/99 werden Kanalisation und Wasserleitungen verlegt, 1901/03 werden das Elektrizitätswerk und die Straßenbahn erbaut.

Es entstehen zahlreiche Schulgebäude, so z.B. 1898 die „Preußische Höhere Fachschule für Textilindustrie“, 1908 die Augustaschule und 1910 das Lehrerseminar (heute Niedersorbisches Gymnasium).

Die medizinische Versorgung der Cottbuser Einwohner wird wesentlich verbessert durch den Bau der Lungenheilstätte in Kolkwitz 1900 und die Eröffnung des Städtischen Krankenhauses 1914.

Mit dem Bau des Stadttheaters 1908 und dem Aufbau einer Blechen-Sammlung ab 1913 erweist sich Cottbus nun auch als ein Zentrum der Kultur und die Neugestaltung zahlreicher Wege, Plätze und Freiflächen prägen das Bild der grünen Stadt bis heute.

Paul Werner erhält 1914 den Ehrenbürgerbrief. Die Grünstraße, in der sein Wohnhaus steht, wird ihm zu Ehren in Wernerstraße umbenannt.