Stadtumbau

Ausgangssituation

Stadt und Region sind vom anhaltenden Strukturwandel beeinflusst. 1990 hatte die Stadt Cottbus 129.000 Einwohner. Trotz Eingemeindungen in den Jahren 1993 bzw. 2003, die einen Zuwachs von ca. 10.000 Einwohnern brachten, sank bis Ende des Jahres 2010 die Einwohnerzahl auf knapp 100.000. Diese gesamtheitliche Umbruchsituation stellte die Stadtplanung insbesondere in der Innenstadt und an den Stadtrandlagen vor gesamtstädtische städtebauliche und funktionale Herausforderungen.

Seit dem Jahr 2010 konnte – entgegen der damaligen Prognosen eine (nicht nur kurzzeitige) Stabilisierung der Einwohnerzahl erreicht werden. In den letzten Jahren verzeichnet die Stadt Cottbus Wanderungsgewinne, die vor allem aus den Bildungs- und Seniorenwanderern resultieren sowie seit 2015 durch Zuzug aus dem Ausland. Die Einwohnerzahl zum 31.12.2016 betrug 100.332, d.h. 813 mehr als im Vorjahr. Dieser Einwohnerzuwachs ist maßgeblich auf den Zuzug aus dem Ausland zurückzuführen.

In überaus starkem Maße profitiert hat von der Entwicklung der vergangenen 25 Jahre mit den Sanierungsmaßnahmen um die Modellstadt Cottbus Innenstadt der Ortsteil Mitte mit einem Plus von mehr als 25 % an Einwohnern.

Die ersten beiden Phasen des Stadtumbauprozesses, der aktiv seit Anfang der 2000er Jahre gesteuert wurde, werden als erfolgreich eingeschätzt. Ende der 1990er Jahre waren die Großwohnsiedlungen an den Stadträndern von erheblichen Leerständen (in Teilbereichen bis 45 %) geprägt. In Reaktion auf die hohen Leerstände in den Randlagen hatte die Stadt gemeinsam mit den beteiligten Partnern, darunter vor allem die Wohnungswirtschaft, aufgrund des Handlungsdrucks umfassende Stadtumbaumaßnahmen eingeleitet.

Mit erstmaliger Erarbeitung des Stadtumbaukonzeptes im Jahre 2002 ist eine gesamtstädtische Neuausrichtung der Stadtentwicklung auf der Basis einer Doppelstrategie vollzogen worden. Diese sieht bis heute

  • die Sicherung und Stärkung der nachgefragten innerstädtischen Lagen
  • die Beseitigung des Wohnungsüberhanges durch den flächenhaften Rückbau von Wohnungen in den Randlagen vor.

Die Entwicklungskonzentration auf die Innenstadt und innenstadtnahe Lagen bot für Cottbus die Möglichkeit, das Leitbild der kompakten Stadt trotz Schrumpfungsprozess umzusetzen und eine perforierte Stadtstruktur zu vermeiden.

Aktuelle Situation

Mit einem Rückbau von knapp 10.000 Wohnungen konnte der gesamtstädtische Leerstand von ursprünglich 17,5% in 2002 massiv auf 5,2 % in 2015 gesenkt werden. 75% der Rückbaumaßnahmen erfolgten in den Randbereichen, die Hauptlast trugen die eG Wohnen 1902 mit 49% sowie die GWC mit 43% Anteil am Gesamtvolumen. Derzeit gibt es einen gesamtstädtischen Leerstand von 5,2% bei etwa 58.000 Wohnungen. Der Leerstand ist dabei räumlich unterschiedlich verteilt.

Ausblick

Bedingt durch die altersstrukturellen Gegebenheiten ist mit einem Anwachsen der Bevölkerungsgruppe der über 65-jährigen, insbesondere der Hochbetagten über 80 Jahre zu rechnen. Bei gleichzeitigem Rückgang der Einwohnerzahl und der Wohnungsnachfrage besteht perspektivisch eine Leerstandsgefährdung – vor allem für die (teil- und unsanierten) Plattenbaubestände mit einem ungünstigen Wohnwert/-lage.

Die Stadt ist durch einen hohen Mietwohnungsanteil von ca. 80% geprägt, davon entfällt ein hoher Anteil auf den industriellen Wohnungsbau. Auch wenn in den letzten sechs Jahren kaum Handlungsdruck bestand, einem Wohnungsleerstand zu begegnen, wird es trotz Zuwanderung absehbar aus der Neubautätigkeit in innerstädtischen Lagen sowie der Einwohner- und altersstrukturellen Entwicklung eine neue potenzielle Leerstandsgefährdung nicht mehr marktfähiger Bestände in C-Lage geben.

Stadtumbaukonzept 2035

Daher ist die Fortschreibung des Stadtumbaustrategiekonzeptes von 2010 zwingend erforderlich. Die Planung wurde im Sommer 2017 beauftragt und soll im Jahr 2018 abgeschlossen werden. Weitere Informationen zur Erarbeitung des Stadtumbaukonzeptes 2035 erhalten Sie in Kürze über die rechte Navigationsspalte.