Was tun, wenn die Biotonne bei Hitze „Eigenleben“ entwickelt?

17.06.2020

Feuchtigkeit in der Biotonne in Verbindung mit Wärme führt schnell zur Entwicklung von Faulgasen. Erste derartige Erfahrungen machen die Nutzer der Biotonne derzeit in Cottbus/Chóśebuz. Diese Faulgase sorgen nicht nur für unangenehme Gerüche, sondern locken auch Fliegen an, die ihre Eier mit Vorliebe dort ablegen. Das Ergebnis sind Maden in der Biotonne. Wer nun darüber nachdenkt, seinen Bioabfall in die Restabfalltonne zu geben, wird bei warmen Temperaturen jedoch mit dem gleichen Problem zu kämpfen haben.

Abfallwirtschaftsamt; Jan Gloßmann

Was kann man dagegen tun?

  • Um die Feuchtigkeit in der Biotonne gering zu halten, können die Küchenabfälle in Papier eingepackt werden. Zudem können feuchte Bioabfälle, wenn möglich, vor dem Einfüllen in die Biotonne in der Sonne getrocknet werden, gleiches gilt für Rasenschnitt.
  • Die Biotonne sollte möglichst im Schatten stehen.
  • Man kann Strauch- und Häckselgut zur besseren Durchlüftung unter die Küchenabfälle mischen.
  • Bioabfälle in der Tonne nicht verdichten, denn durch die geringe Luftzirkulation wird der Fäulnisprozess in der Biotonne beschleunigt. Sollte das Volumen der Biotonne bei der bevorstehenden Erntesaison einmal nicht ausreichen, stehen auf den Wertstoffhöfen 500-Liter-Biotonnen bereit.
  • Biotonne sollten nach der Entleerung ausgespült und/oder bei offenem Deckel getrocknet werden. Zusätzlich können Rand und Deckel mit Essigessenz abgewischt werden – der Essiggeruch hält Fliegen fern.
  • Sollten trotz solcher Vorkehrungen Maden schlüpfen, sollte eine dünne Schicht Rasenschnitt, Holzspäne oder Gesteinsmehl eingefüllt werden. Hilfreich sind gegebenenfalls auch die natürlichen Fressfeinde, denn die proteinreichen Maden sind ein begehrtes Lebendfutter für Vögel. Dazu sollte man in den frühen Morgenstunden den Deckel der Biotonne für maximal 2 Stunden öffnen (bei längerer Öffnung können jedoch weitere Fliegen sowie im ungünstigsten Fall auch Ratten, Marder und Waschbären angelockt werden). Der Umwelt zu Liebe sollte aber auf eine Bekämpfung mit Insektiziden verzichtet werden, denn diese belasten später den Kompost negativ.

Auf keinen Fall dürfen die Bioabfälle in Plastiktüten verpackt werden, auch nicht in kompostierbare oder biologisch abbaubare Plastiktüten. Diese zersetzen sich in der Vergärungsanlage nicht schnell genug und müssen aufwendig aussortiert werden. Falsch befüllte Biotonnen werden nicht geleert und müssen vom Eigentümer nachsortiert werden.

Die Anzahl der Biotonnen im Cottbuser Stadtgebiet wächst stetig. Derzeit werden 2.083 Biotonnen genutzt. Anmeldungen für eine Biotonne nimmt das Amt für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung weiterhin entgegen. Dafür steht auf der Internetseite www.cottbus.de/biotonne ein Online-Formular bereit. Außerdem kann die Anmeldung telefonisch unter 0355 612-2753, -2761, -2735, per Fax an 0355 612 13-2903 oder per E-Mail an abfallwirtschaftsamt@cottbus.de erfolgen.

Auf den Wertstoffhöfen der Alba stehen zudem 500-Liter-Biotonnen bereit, die ebenfalls für die Entsorgung von Bioabfällen genutzt werden können. Diese Tonnen werden regelmäßig nach Füllstand und somit gegebenenfalls auch zeitiger geleert.