Aus dem Bericht von Bürgermeister Holger Kelch auf der 7. Stadtverordnetenversammlung am 25. März 2009

„Am vergangenen Wochenende mussten die Cottbuserinnen und Cottbuser wieder einmal schwerwiegende Entscheidungen treffen. Fußball, 1. Bundesliga, FC Energie gegen Köln oder doch lieber Fabian Hambüchen, Weltmeister Diego Hypolito und Olympiazweiter Kohei Uchimura? Der absolute sportliche Höhepunkt war natürlich am Wochenende das 33. Internationale Turnier der Meister im Turnen, bei dem sich die Weltspitze im Turnsport in Cottbus versammelt hatte und tolle Leistungen zeigte. Auch die deutschen Turnerinnen und Turner konnten sich, wenn auch nicht so erfolgreich wie erhofft, am Medaillensegen mit 2x Silber und 1x Gold beteiligen und damit zeigen, dass ihre Vorbereitungen auf die Europameisterschaften in zwei Wochen in Mailand auf dem richtigen Weg sind. Wir wünschen aus Cottbuser Sicht Phillip Boy, der sich im Vorfeld des Turniers leider verletzte, und Robert Juckel viel Erfolg dabei. Die super Stimmung an den beiden Tagen in der ausverkauften Lausitz- Arena rundete die erfolgreiche Veranstaltung ab. Ein Dankeschön an das ehrenamtliche Organisationsteam, das zum zweiten Mal unter der Regie von Mirko Wohlfahrt stand, für diese gelungene und international geschätzte Weltcupveranstaltung.

Am Freitagabend gab es erneut das kommunalpolitische Stück „Ein Volksfeind“ im Staatstheater. Die Frage nach den Grundlagen der Entscheidungsfindung im demokratischen System und dem Recht des Einzelnen gegenüber dem Willen der Mehrheit ist sehenswert und anregend. Ebenfalls an diesem Wochenende erinnerten die Mitglieder des Russisch-Deutschen-Kulturvereins im Dieselkraftwerk an ein herausragendes Kunstereignis vor 80 Jahren, dem Gastspiel der Primaballerina Anna Pavlova im damaligen Cottbuser Stadttheater. Wem das nicht reichte, der konnte das Kreisposaunenfest erleben. Über 100 Bläser in elf Posaunenchören – viele von ihnen aus unserer Stadt - musizierten in Kolkwitz, Krieschow und Papitz. Viele Cottbuserinnen und Cottbuser besuchten den Posaunengottesdienst in Kolkwitz. Es war also ein typisches Cottbuser Wochenende. Hier kann man alles erleben: Spitzensport, Theaterkunst und anregende Veranstaltungen. Nächstes Wochenende geht es ähnlich weiter mit „Jugend musiziert“, mit der Klassiker-Premiere „Die schlecht behütete Tochter“ und der Baumesse.“

„In Ihren Tagungsunterlagen befindet sich eine Ausschreibung für den bundesweiten Breitensportwettbewerb „Mission Olympic“, dem Festival des Sports, im September in Lübbenau. Wir haben uns leider für diesen Wettbewerb nicht qualifizieren können. Aber wir sind faire „Verlierer“ und werben für diese Veranstaltung. Schließlich sind wir eine Region Lausitz-Spreewald, und da wollen wir uns gegenseitig unterstützen. Am 18. März hatte die größte Organisation der Stadt Cottbus, der Stadtsportbund Cottbus e.V., seine planmäßige Mitgliederversammlung. Ja, trotz demografischer Entwicklungen, oder gerade deshalb, hat die Sportorganisation wiederum insgesamt einen Mitgliederzuwachs. Jetzt zählt sie 20.362 Sportlerinnen und Sportler. Das ist ein Fünftel unserer Bürger. …Toll, zeigt es doch das Bedürfnis unserer Menschen, sich aktiv durch Sport gesund und leistungsfähig zu erhalten und die Freizeit sinnvoll miteinander zu verbringen. Erstmalig gibt es einen Rückgang bei den Kindern und Jugendlichen und gleichzeitig einen wesentlichen Zulauf im Senioren-, Gesundheits- und Rehabilitationssport. Diese Tendenz widerspiegelt die demografische Entwicklung. Kinder- und Jugendsport und Schulsport bleiben jedoch im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Sportorganisation und der Verwaltung.“

„Am Sonntag ging in unserer Stadt die 19. Brandenburgische Frauenwoche zu Ende. In den 17 Tagen wurden insgesamt 28 Veranstaltungen angeboten, die Themen wie Arbeitsteilung in der Familie, die Geschichte des Frauenzuchthauses Cottbus, das Leben jüdischer Frauen in der Zeit des Nationalsozialismus oder Vorträge zu prekären Beschäftigungsverhältnissen von Frauen beinhalteten. Kulturelle Höhepunkte waren die Buchlesung mit Gisela Steineckert, der „Soloabend“ mit der Schauspielerin Franziska Trögner, das Konzert mit dem international renommierten Boogie-Woogie-Pianisten Jo Bohnsack und Kabarettabende mit Gisela Oechelhauser und dem Cottbuser Kabarett „Weiberkram. Meinen herzlichen Dank möchte auch ich den vielen Organisatorinnen aus den Frauenvereinen, Frauengruppen und –initiativen, den beteiligten Institutionen und der Schirmfrau der diesjährigen Frauenwoche, Frau Sigrun von Hasseln-Grindel, aussprechen.“

„Die Stadt Cottbus freut sich sehr, die brandenburgischen Talente zu „Jugend musiziert“ im Jahr 2009 erneut in ihren Mauern begrüßen zu können. Und ich denke, dieser Wettbewerb ist bei uns gut aufgehoben. Cottbus war, ist und bleibt eine Hochburg der Musikkultur. Der bedeutendste musikalische Nachwuchswettbewerb wird in diesem Jahr bereits zum 46. Mal bundesweit ausgeschrieben. Nach Cottbus, zum Landeswettbewerb, reisen am kommenden Wochenende 252 Nachwuchsmusiker, um sich im Wettstreit miteinander zu messen. Die besten von ihnen fahren während der Pfingsttage zum Bundeswettbewerb und vertreten das Land Brandenburg musikalisch. Hier in Cottbus, am 27. und am 28. März, werten Juroren aus ganz Deutschland mehr als 170 Musikbeiträge in sieben verschiedenen Kategorien. Musiziert wird im Konservatorium, im Staatstheater und im Stadthaus am Altmarkt. Die Spielstätten bieten beste Rahmenbedingungen für die Wettbewerbe. Alle Musikinteressierten können sich an den Wettbewerbstagen selbst ein Bild von den Leistungen der jungen Talente machen. Sämtliche Wertungsspiele sind öffentlich. Der Eintritt ist frei. Zum diesjährigen Landeswettbewerb erwartet der Landesausschuss „Jugend musiziert“ neben Gästen aus Politik und Kultur wieder bis zu 5.000 Besucher aus ganz Brandenburg, darunter natürlich die Angehörigen der Teilnehmer sowie Leiter und Pädagogen der Musikschulen. Zur feierlichen Abschlussveranstaltung am 28. März um 19:00 Uhr im Staatstheater Cottbus werden dann die Urkunden im Beisein von Kulturministerin Johanna Wanka an die Preisträger verliehen. Die Wettbewerbe „Jugend musiziert“ erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit und hoher Teilnehmerzahlen. Auch in Cottbus debütierten in der Vergangenheit junge Musiker, die heute international bekannte Stars sind. Ich wünsche mir natürlich möglichst viele musikbegeisterte Zuschauer, auch als Kontrastprogramm zu Cindy aus Marzahn. Mein Dank geht an die Organisatoren und die Sponsoren des Wettbewerbes, besonders natürlich an die Sparkasse Spree-Neiße, deren Engagement seit vielen Jahren auf das Engste mit diesem Wettbewerb verbunden ist.“

„Die Aktion „Cottbuser des Jahres“ des Wochenkurier und von 94,5 Radio Cottbus ist – neben der Ehrenmedaille, dem Max-Grünebaum-Preis und unserer neuen Ehrenchronik - eine Form der Auszeichnung, die einen ganz eigenen Charakter besitzt. Die Einbeziehung von Leserinnen und Lesern und Hörerinnen und Hörern ermöglicht einen spezifischen Blick auf die Frauen und Männer, die für das Wohl unserer Stadt sorgen. Ich freue mich sehr, dass eine stille Heldin diesmal das Rennen gemacht hat. Annett Goertz hilft Familien in schweren Zeiten. Sie ist in der Hospizarbeit tätig und steht Eltern mit schwerkranken Kindern bei. Sehr, sehr viele von uns würden sprachlos vor der Aufgabe stehen, die sie immer wieder meistert. Ich glaube, Wichtigeres und Schwereres kann man nicht tun. Herzlichen Glückwunsch!“

„Das Stadtteilmanagement Neu-Schmellwitz lud am 19. März mit der Gemeinwesenkonferenz zu einer Diskussion über die Zukunft des Stadtteils Neu-Schmellwitz. Mariette Tzschoppe verdeutlichte die Dimension des Stadtumbauprozesses für Neu-Schmellwitz. Ende 2009 werden hier 2381 Wohneinheiten rückgebaut sein. Der Umbauprozess wird mit großem Engagement durch viele Akteure wie dem Bürgerverein, dem Offenen Netzwerk Schmellwitz und dem Regionalbudgetprojekt ZiNS sozial begleitet. Die Ergebnisse der Förderperioden und die Möglichkeiten für den Stadtumbauprozess im Stadtteil wurden veranschaulicht. Nach der Aufnahme in das Bund/Länderprogramm „Soziale Stadt“ konnte Anfang 2008 das Stadtteilmanagement Neu-Schmellwitz installiert werden. Stadtteilmanagerin Karin Kühl wird für ein noch stärkeres bürgerschaftliches Miteinander den Dialog zwischen Bürgern, Stadtverwaltung, Wohnungsunternehmen sowie Trägern und Vereinen weiter moderieren. Deshalb ist der Stadtteilladen in der Zuschka die zentrale Anlauf- und Informationsstelle vor Ort. Also, wer Fragen, Probleme oder Informationen hat, nutze die Möglichkeiten, ins Gespräch zu kommen. Zum Frühjahrsputz – diesmal mit Saubermachen, Bäumepflanzen und gemeinsamen Gesprächen – werden viele Schmellwitzer erwartet.“

„Damit sind wir – obwohl das Wetter noch nicht unbedingt an Frühling denken lässt – beim Thema Frühjahrsputz. Wie Sie wissen, haben die Verwaltung, die Wohnungsgesellschaft und Alba aufgerufen, Anfang April unsere Stadt schön zu machen. Mit dieser Aktion vom 2. bis 4. April möchten wir das bürgerliche Engagement für ein sauberes und schönes Cottbus in den Stadtteilen unterstützen. Die Wiederbelebung dieser nützlichen Tradition ist in den letzten Jahren gelungen. Seit 2007 hat sich die Anzahl der beteiligten Bürgerinnen und Bürger um ein Vielfaches erhöht. Waren es im Jahr 2007 noch sechs Stadtteile, die für diese Aktion zehn Container von der Alba als Sponsor bereitgestellt bekamen, so werden in diesem Jahr bereits elf Stadtteile, neun Schulen und neun Kindereinrichtungen am Frühjahrsputz teilnehmen. Die Anzahl der von der Alba GmbH gesponserten Container hat sich auf 20 erhöht. Weiterhin werden zwei Fahrzeuge, Arbeitsmaterial sowie zwei Kehrmaschinen zur Verfügung gestellt. Auch die beiden großen Wohnungsgesellschaften GWC und GWG konnten wieder für die aktive Mitarbeit gewonnen werden, ebenso der Eigenbetrieb Grün- und Parkanlagen, die Regionalwerkstadt Brandenburg e.V. und der Stadtteilladen Schmellwitz. Gegenwärtig werden die Flyer zum Frühjahrsputz 2009 in den Stadtteilen verteilt. Wir hoffen auf weitere Anmeldungen von privaten Personen, die uns bei der Verschönerung unserer Stadt unterstützen.“

„Der Fachbereich Jugend, Schule und Sport führt in Kooperation mit dem Arbeitskreis „Kinderschutz“ und der Hochschule Lausitz unter Beteiligung des Staatlichen Schulamtes am 27. März den mittlerweile 3. Fachtag zum Thema Kinderschutz durch. Grundgesetzlich verankert sind das Recht und die Pflicht von Eltern, ihre Kinder vor Gefahren zu schützen. Nicht in jedem Fall gelingt dies. Diese Kinder sind auf professionelle Aufmerksamkeit angewiesen, auf die Verantwortung von Fachkräften, die mit Kindern und mit den Familien arbeiten und Problemsituationen frühzeitig erkennen. Kinderschutz kann nur gelingen, wenn die verschiedenen Professionen, die im Rahmen ihrer Aufgaben die Verantwortung für das körperliche und seelische Wohl der Kinder haben, gemeinsame Formen der Zusammenarbeit finden. Dies setzt gegenseitige Achtung und Respekt vor den Partnern und deren Arbeitsweisen voraus. Diesen Fachtag, der sich an Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe sowie Lehrerinnen und Lehrer aus Cottbuser Schulen wendet, werden mehr als 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchen. Dies zeigt deutlich, dass sich die Fachkräfte der Schulen und der Jugendhilfe ihrer gemeinsamen Verantwortung bewusst sind und über geeignete Formen einer guten Kooperation verständigen wollen. Das Land Brandenburg weist in seinen „Empfehlungen zum Umgang bei Kindesvernachlässigung und Kindesmisshandlung sowie entsprechenden Verdachtsfällen“ auf die Notwendigkeit gelingender Kooperation im Kinderschutz hin. Mit diesem Fachtag sowie der geplanten Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung setzt die Stadt ein weiteres Zeichen für eine Verbesserung des Schutzes unserer Kinder. Weitere solcher Foren zu diesem Thema werden folgen.“

„Am 2. März fand im Stadthaus eine gemeinsame Informationsveranstaltung der Anlieger zur geplanten Umgestaltung des Wohnhofes hinter der Wohnscheibe Petersilienstraße 2-3 durch die Wohnungsunternehmen GWC und GWG und zur sich daran anschließenden Erneuerung der Petersilienstraße durch die Stadtverwaltung statt. Die dort anwesenden Bürger machten auf die geplante Fällung von einigen Großbäumen im Innenhof, auf die Veränderung der Standorte der Müllstandplätze sowie auf die beabsichtigte Öffnung der Petersilienstraße zum Rechtsausfahren in die Karl-Marx-Straße aufmerksam. Hier gibt es noch Diskussionsbedarf. Die Stadtverwaltung sagte die Prüfung dieser Hinweise zu und wird in weiteren Gesprächen mit Vertretern der Mieter und Eigentümer über die Berücksichtigung der gegebenen Anregungen in der weiteren Planung informieren.“

„Der Frost ist nun aus dem Boden. Dem Weiterbau bzw. der Fertigstellung verschiedener Straßenbaumaßnahmen mit Restleistungen noch vom Vorjahr steht nichts mehr im Wege. Dies betrifft die Karl-Liebknecht-Straße im Abschnitt zwischen Bahnhofstraße und Briesmannstraße und die Reparaturmaßnahmen aus dem zusätzlichen Programm der 1,1 Mio €, welche dem Fachbereich Grün- und Verkehrsflächen im Juni 2008 von den Stadtverordneten bewilligt wurde. Zwischenzeitlich wurde mit dem Ausbau der Saarbrückerstraße und der Neugestaltung des Sandower Angers im Bereich um den Rewe-Markt begonnen. Gegenwärtig wird der Baubeginn des letzten Abschnittes zur Schließung des Mittleren Ringes vorbereitet. Die Bauarbeiten sollen Anfang April aufgenommen werden.“