Heute unterzeichneten die Mitglieder des Europäischen Parkverbunds Lausitz im Branitzer Park den Partnerschaftsvertrag für das INTERREG-Förderprojekt 2020/2021 „Nachhaltige Stärkung und Neuausrichtung des Europäischen Parkverbunds Lausitz". Mit diesem Vertrag startet eine weitere Etappe der Entwicklung des Parkverbunds. Mit dem neuen Förderprojekt soll in den nächsten eineinhalb Jahren das gemeinsame kulturelle Erbe der Parkensembles rechts und links der Neiße intensiver in das öffentliche Blickfeld gerückt und ihr Potential als identitätsstiftendes Bindeglied für die Bürgerinnen und Bürger in der deutschen und polnischen Lausitz weiterentwickelt werden. Für das Projekt stehen im Rahmen des INTERREG-Förderprogramms bis Ende 2021 insgesamt 861.000 Euro zur Verfügung.

Jan Gloßmann

Einig war sich die Runde aus Bürgermeistern, Amtsdirektoren und Parkchefs, dass der Europäische Parkverbund Lausitz heute schon ein deutsch-polnisches Erfolgsmodell ist und ein zukunftsweisendes Beispiel für die Pflege, Erhaltung und Vermittlung des gemeinsamen brandenburgisch-sächsisch-polnischen Kulturerbes der Region. 2010 in Brody als Verbund von vier Parkanlagen gegründet, sind es heute neun bedeutsame Stätten der Gartenkunst, Geschichte und Kultur, die in der Lausitz für die Menschen beiderseits der Neiße Heimat verkörpern und zugleich überregional ausstrahlen.

Die Cottbuser Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe erklärt: „Die Stadt Cottbus/Chóśebuz, Gründungsmitglied im Parkverbund mit Pücklers großartigem Meisterstück, dem Branitzer Park, hat sich von Anfang an für den Verbund engagiert und Verantwortung übernommen. So auch jetzt als Leadpartner für das neue INTERREG-Förderprojekt, mit dem wir den Parkverbund weiterentwickeln und stärken wollen. Über die erreichten Erfolge freue ich mich sehr und danke allen Mitgliedern für die gute Zusammenarbeit."

In der neuen Projektetappe geht es vor allem darum, die Parkanlagen noch stärker im Bewusstsein und in der Wertschätzung der Bürgerinnen und Bürger der Region zu verankern. Hierzu sollen Workshops durchgeführt, gemeinsame Veranstaltungsformate und Konzepte für bürgerschaftliches Engagement in den Parks weiterentwickelt werden. Das bereits erfolgreich erprobte Format der Parkseminare, bei denen Bürgerinnen und Bürger unter Anleitung von Experten ehrenamtliche Parkpflege betreiben, soll auf weitere Parks übertragen werden. Daneben wollen sich die Verbundpartner über Best-Practice Erfahrungen in der Gartendenkmalpflege austauschen. Dabei soll es besonders um gemeinsame Strategien gehen, mit denen die Parkanlagen den Auswirkungen des Klimawandels begegnen. Außerdem soll die überregionale Bekanntheit der Parks und Gärten durch eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit gesteigert und neue touristische Angebote entwickelt werden. Koordiniert wird das neue Projekt im Auftrag des Leadpartners Stadt Cottbus/Chóśebuz in der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz.

Der Euroregionspräsident Czesław Fiedorowicz, freut sich über das neue Projekt und erklärt: „Der Europäische Parkverbund Lausitz ist eine der besten grenzüberschreitenden Initiativen zwischen Polen und Deutschland und heutzutage die beste Marke der Euroregion. Die Sorge um den Zustand von Natur und Umwelt ist unsere europäische Pflicht. Ich bin den Freunden aus Deutschland dankbar, dass sie diese ausgereifte Initiative ergriffen haben. Von Anfang an war ich der Meinung, dass der Königliche Park in Zatonie ein Mitglied des Verbunds sein sollte. Der Wiederaufbau des Parks in Zatonie zeigt uns, wie inspirierend die Aktivitäten des Europäischen Parkverbunds Lausitz sind. Dank eines solchen Projekts werden die Einwohner Polens und Deutschlands von beiden Seiten der Lausitzer Neiße die Bewunderung des kulturellen Erbes des Grenzgebiets mit Sorgfalt und Umwelterziehung verbinden."

Der Europäische Parkverbund Lausitz (EPVL) 2010 schlossen sich vier Akteure der historischen Kulturlandschaft Lausitz in Brandenburg, Sachsen und der Woiwodschaft Lubuskie zusammen, um den Europäischen Parkverbund Lausitz zu gründen. Die gemeinsame Arbeit begann mit den beiden Pückler-Parks Bad Muskau und Branitz sowie dem Ostdeutschen Rosengarten Forst (Lausitz) und dem Schlosspark Brody (Pförten). Eine wachsende grenzüberschreitende, kulturelle Identifikation mit der Region sollte dabei nachhaltige Folgen in Kultur, Bildung, Tourismus und Wirtschaft zeitigen und zum Strukturwandel in der Lausitz und zur europäischen Integration beitragen.

Die erfolgreiche Entwicklung des Parkverbundes war Fundament dafür, dass 2018 fünf weitere kulturhistorisch bedeutsame Schloss- und Parkanlagen aufgenommen werden konnten: In Brandenburg der Schlosspark Altdöbern, in Sachsen der Rhododendronpark Kromlau und die Schlossanlage Neschwitz. In Polen Schloss und Park Żagań (Sagan) sowie der Schlosspark Zatonie (Günthersdorf) in Zielona Góra (Grünberg). Geschaffen im Auftrag herausragender historischer Persönlichkeiten wie Fürst Pückler, Heinrich Graf von Brühl oder Dorothea Herzogin von Sagan, bildeten diese Residenzen und Parkanlagen kulturelle Kristallisationspunkte mit europaweiten Verbindungen, die ihre Strahlkraft bis heute bewahrt haben.