Aus dem Bericht von Bürgermeister Holger Kelch auf der 34. Stadtverordnetenversammlung am 21. Dezember 2011

„Der heutige Bericht soll kurzgehalten werden. Wir haben eine lange Tagesordnung, und Sie alle haben das ganze Jahr fleißig gearbeitet. Deshalb möchte ich mich zu Beginn der Stadtverordnetenversammlung und am Ende des Jahres der Wirtschaft und des Ehrenamtes gerade bei den Cottbuserinnen und Cottbusern bedanken, die die Adventszeit mit schönen Veranstaltungen bereicherten. Die Heimatkalenderredaktion hat erneut ein lesenswertes Jahrbuch vorgestellt. Die Adventsmärkte auf dem Klosterplatz und in Branitz sorgten für eine bezaubernde Stimmung. Der Cottbuser Adventskalender lädt täglich zu einer besinnlichen Stunde ein. Mein besonderer Dank geht an jene Frauen und Männer, die Weihnachten für andere da sind: die Feuerwehr, der Rettungsdienst, die Polizei, das Personal im Krankenhaus. Dieser Dank geht auch an die Helfer der Weihnachtsfeier in der Schlosskirche.“

„Seit Ende Dezember 2009 setzen wir die erste Stufe des Lärmaktionsplanes der Stadt Cottbus um. In Teilbereichen der Thiem- und der Dresdener Straße sowie der Karl-Liebknecht-Straße, der Sielower Landstraße und der Madlower Hauptstraße wurde dazu für den Zeitraum von 22:00 bis 5:00 Uhr die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h festgesetzt. Im Juli 2010 folgte auch für die Saarbrücker Straße eine Reduzierung der nachts gestatteten Höchstgeschwindigkeit. Nun zieht die Stadt Cottbus Bilanz. Bis zum 10. Dezember wurden in einer Befragung die subjektiven Eindrücke der Anwohner der oben genannten Hauptverkehrsstraßen erfasst; die Fragen zum Lärmaktionsplan wurden von der Stadt und der Hochschule Lausitz entwickelt. Ziel der Untersuchung ist es, Daten zu gewinnen, um die Lebensqualität in Cottbus weiter verbessern zu können.“

„In der Monatszeitung des Bundestages „Das Parlament“, einem Blatt für die politische Bildung, das an alle Behörden und Schulen geliefert wird, erschien im Zusammenhang mit der Friedhofsschändung ein Cottbus-Beitrag, auf den mich viele Menschen angesprochen haben (Verena Renneberg, „Die alltägliche Gewöhnung - Rechtsextremismus“, „Das Parlament“, Heft 48/2011).
Hier in Cottbus kennt man das schon. Alle zwei, drei Jahre erscheint einer dieser Beiträge in der überregionalen Presse, in welchem ein Journalist seine schon vorher feststehende Meinung über Cottbus (oder eine andere Stadt im Osten) in herablassendem Ton und möglichst verletzend formuliert kundtut, nachdem sie oder er bei einer Kurzvisite nach drastischen Beispielen zur Bestätigung dieser Meinung gesucht hat.
Nach zwanzig Jahren wissen wir, dass das Verschweigen oder Herunterspielen von fremdenfeindlicher Gewalt genauso schlimm ist, wie die Gewalt selbst. Und wir bekennen auch, dass es nicht vollständig gelungen ist, antisemitische Schmierereien, körperliche Übergriffe auf ausländische Studierende, rassistische Fußballsprüche oder Verwüstungen auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof zu verhindern. Die Tatsache, dass es dies auch in anderen Städten gibt, auch im Westen, macht die Sache nicht besser. (Obwohl der Grundton der Kommentare dort ein anderer ist!)
Ein Netzwerk von Kirchen, Parteien, Vereinen, Kultur- und Bildungseinrichtungen arbeitet erfolgreich gegen diese rechtsextremistischen Tendenzen. Die Wirkungen sind spürbar, aber bescheiden. Rückschläge, wie die im Beitrag beschriebene Schändung an einem Friedhof, berühren die Cottbuserinnen und Cottbuser. Die finstere Beschreibung in diesem Zeitungsbeitrag hat aber gerade die engagierten Cottbuserinnen und Cottbuser verärgert. In den folgenden Zeilen können und wollen sie sich und ihre Stadt nicht wiedererkennen: „Blühende Landschaften gibt es in Cottbus und um Cottbus nicht einmal im Sommer. Die Dörfer sind genauso klein und schmal wie die Straßen, die zu ihnen führen. Ihr Zustand ist schlecht...“
Wenn wir gegen diese Darstellung protestieren, soll keineswegs der Eindruck erweckt werden, dass bei uns Ausländerfeindlichkeit, Rechtsextremismus und dumpfe Gewalt verschwunden sind. Es gibt sie, und wir setzen uns damit auseinander. Das Bild, das der Artikel zeichnet, ist jedoch so erschreckend einseitig, dass er, platziert in einer Boulevard-Zeitung, Kopfschütteln hervorgerufen hätte. In einer Publikation des Bundestages ist es ein Beitrag, der die vielen engagierten Menschen hier entmutigt. So betrachtet, arbeitet er den Feinden der Demokratie in die Arme.“

„Zum 1. Januar wird als neue Fachbereichsleiterin Immobilien Anja Schlensog ihre Tätigkeit in der Stadtverwaltung Cottbus aufnehmen.
Anja Schlensog hat über sieben Jahre als Seniorprojektleiterin des Sanierungsträgers DSK das Sanierungsgebiet Modellstadt, die Förderprogramme Stadtumbau-Ost sowie die Soziale Stadt begleitet.
Ich bedanke mich für die geleistete Arbeit bei Hans-Gerhard Limberg, der seit dem Weggang von Roland Eichhorst die Aufgaben der Fachbereichsleitung zusätzlich übernommen hat.“

„An dieser Stelle wünsche ich dem neuen FC Energie-Coach Rudi Bommer alles Gute und viel Erfolg in Cottbus und ein optimales Wintertraining. Den Freizeitsportlern wünsche ich viel Spaß bei den diversen Weihnachtsläufen und Turnieren. Ab dem 27. suchen wir mit unseren Medienpartnern, der LR und Antenne Brandenburg, traditionell die Sportlerin und den Sportler von Cottbus. Der Ausgang der Wahl wird uns und vielen Ehrenamtlichen bei der Sportgala der Stadt am 20. Januar 2012 verkündet. Also, bis dahin fleißig Abstimmen!
Mein Tipp: Die Weihnachtspfunde einfach um 14:00 Uhr im Südstadion beim Silvesterlauf des LCC ablaufen!“

„In der vergangenen Woche beging der Cottbuser Fotograf Gerd Rattei seinen 75. Gebutstag. Gerd Rattei gehört zu den namhaften Fotografen der Niederlausitz, die DDR-Fotogeschichte schrieben. Veröffentlichungen in Zeitschriften wie der „Sibylle“ oder dem „Magazin“ haben ihn bekannt gemacht. Seine Aufnahmen wurden mehrfach ausgezeichnet. Ratteis Rathausausstellung „Natur pur“ mit Akten aus drei Jahrzehnten im Sommer 2011 hatte zu einem Besucherrekord geführt. Eine Ausstellung mit Arbeiten Gerd Ratteis ist gegenwärtig im Wendischen Museum zu sehen. Er zeigt dort eine Auswahl herausragender Schwarz-Weiß- und Farbfotografien aus den vergangenen 50 Jahren zu den Themen Industrie und Landschaft sowie Porträt und Akt. Glückwunsch an den Künstler!“

„Für das bevorstehende Weihnachtsfest und für den Jahreswechsel wünsche ich Ihnen schöne Stunden im Kreise Ihrer Lieben. Für den 17. Januar lade ich die Mitglieder der Fraktionen ganz herzlich zum Neujahrsempfang ein.“