Aus dem Bericht von Oberbürgermeister Frank Szymanski auf der 14. Tagung der Stadtverordnetenversammlung am 16. Dezember 2009

„Ohne durchgezählt zu haben, aber der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr rechtfertigt den Titel ‚Weihnachtsmarkt der tausend Lichter’ durch eine gewachsene Anzahl rot-weißer Sterne, die zwischen Spreegalerie, über Altmarkt und Schlosskirchstraße bis zur Sprem leuchten. Erstmals schmückt sich auch der Postparkplatz mit einer großen sternenverzierten Tanne. Sterne leuchten im Stadthallenfoyer und am Rathaus am Neumarkt sowie in vielen Schaufenstern der Stadt. Erste Schritte hin zu einem schöneren weihnachtlichen Angebot gibt es rund um die Schlosskirche und im Quartier am Schlosskirchplatz, wo sich Handwerker aus Deutschland und Polen sowie Vereine und die Lebenshilfe Cottbus gGmbH zu besonderen Angeboten und einer Schau- bzw. Mitmachwerkstatt verabredet haben. An den Wochenenden gibt es dort Märchenlesungen. Auch der geführte Übergang von der Altstadt über den Platz am Stadtbrunnen zum Blechen-Carré ist in diesem Jahr besser gelungen. Die Schlosskirchstraße gibt mit ihrem Girlanden- und Sternenschmuck einen Vorgeschmack darauf, was mit tatkräftiger Unterstützung der Einzelhändler und Sponsoren bei der Ausleuchtung unseres Weihnachtsmarktes möglich ist.
Dem Stadtmarketing- und Tourismusverband ist es wichtig, daran auch in den nächsten Jahren weiter zuarbeiten und zwar mit dem Altstadtverein ebenso wie mit den Managern der innerstädtische Passagen und Einkaufszentren.“

„Wir haben den Tag des Ehrenamtes gefeiert. Vielen Dank an Frau Franze Hartmann. Sie hat alles wieder wunderbar organisiert und ich werde versuchen, im nächsten Jahr dabei zu sein. Dank auch an die vielen engagierten Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, die im Ehrenamt tätig sind. Sie sind die Lokomotiven unserer Stadt; ohne sie würde unser Zusammenleben in Cottbus so gar nicht möglich sein. Dank also an alle für die vielen unzähligen Stunden, in denen sie für andere da sind, anderen helfen und viele Projekte in unserer Stadt erst ermöglichen.“

„In Sachen „Mission Olympic“ gibt es weitere Neuigkeiten und Fortschritte. Am 24. November waren wir in Berlin zur Auszeichnung von „Deutschlands aktivster Stadt 2009“, Lübbenau, vertreten. Herzlichen Glückwunsch dazu; tolle Leistung der Spreewaldstadt. Gleichzeitig erhielt unsere Stadt, neben vier anderen Städten (Mannheim, Nordhorn, Wetzlar und Zehdenick), die Ernennungsurkunde zur Teilnahme am Finale 2010.
Inzwischen steht unser Termin fest: Es ist der 2. bis 4. Juli 2010. Am 2. Juli im Sportzentrum ist es das große internationale Sportfest der deutschen und polnischen Schuljugend, gemeinsam mit unserer Partnerstadt Zielona Góra. Am 3. und 4. Juli dann auf allen Plätzen und im Puschkinpark im Stadtzentrum das große Festival des Sports mit einem riesigen Sport- und Bewegungsangebot, das alle Bürger unserer Stadt, auch wir, aktiv nutzen sollten, um für Cottbus zu punkten unter dem Motto ‚Cottbus bewegt sich’!“

„Weihnachten gibt es Geschenke. Das haben fast zeitgleich die Blechenfreunde in Berlin und Cottbus erlebt. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat Gemälde der Alten Nationalgalerie, die seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen waren, zurückerhalten. Das bedeutendste davon ist Carl Blechens „Weg nach Castel Gandolfo“. Wir Cottbuser können mit dem „Castel Gandolfo“ in der Nationalgalerie auch deshalb gut leben, weil unsere eigene Blechensammlung ebenfalls Zuwachs erhalten hat: Als Dauerleihgaben der Bundesrepublik können die Kunstfreunde jetzt drei Gemälde und eine Ölskizze bewundern. Bei den Gemälden handelt es sich um „Das Mühlental bei Amalfi“, „Im Mühlental bei Amalfi“ und die „Italienische Landschaft mit Mühle und fahrendem Volk“; alles um 1830 entstanden.
Die Bilder mit der anmutigen Landschaft unter dem duftig-blauen italienischen Himmel verdanken wir der Carl Blechen Gesellschaft. Schloss Branitz, jetzt Heimstatt zweier prägender Künstler des 19. Jahrhunderts, ist noch attraktiver geworden.
Ich werde die kritischen Hinweise sehr ernst nehmen und zu einer Initiative aufrufen, dass wir hier in Cottbus unseren Maler Carl Blechen, sein Leben und sein künstlerisches Schaffen zukünftig mehr in den Mittelpunkt stellen wollen. Die drei neuen Bilder zeigen es ganz deutlich: Er ist ein Maler von Weltrang, den wir gebührend würdigen wollen. Nochmals ein herzliches Dankeschön an die Carl Blechen Gesellschaft, an die Stiftung und an alle, die mitgeholfen haben, dass dies möglich wurde.“

„Auch in den anderen Bereichen geht es in Branitz voran. Das Angebot, in Branitz die Lebenswelt des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau möglichst authentisch zu erleben, findet großes Interesse. Ob bei einem Spaziergang durch den Park, bei der Besichtigung des Schlosses oder beim Besuch der multimedialen Pückler-Ausstellung auf dem Gutshof, überall spürt man in Branitz den „Geist des Fürsten“.
Für die Branitz-Besucher konnte der Service in diesem Jahr weiter verbessert werden; an der Autobahn aus Richtung Berlin grüßt nun wieder ein Schild mit dem Hinweis auf den Fürst-Pückler-Park, und eine neue touristische Ausschilderung führt die Besucher durch die Stadt nach Branitz. Erstmals legte die Stiftung ein Jahresveranstaltungsprogramm vor, das rege nachgefragt wurde und schon im Spätsommer vergriffen war. Neben den Sonderausstellungen und anderen Veranstaltungen war auch die Spielplanpräsentation des Staatstheaters ein Höhepunkt im Jahresprogramm. Mehrere Tausend Besucher folgten der Einladung des Theaters in den Branitzer Park, von denen sich viele an der bei diesem Anlass zum ersten Mal durchgeführten Spendenaktion für die Parkpflege beteiligten. Die vier Sonderausstellungen über schlesische Schlösser und Herrenhäuser, über Preußens Staatskanzler Karl August von Hardenberg, über Phantasus, den Gott der Träume, und „Die Goldenen Äpfel“ zogen nicht nur Besucher aus der Lausitz an. Insgesamt ist die Entwicklung im Park ermutigend, wenngleich der Mangel an Fachpersonal nach wie vor enge Grenzen setzt. Es ist deshalb eine große Unterstützung, dass durch neue Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes im Innen- wie auch im Außenpark am Abbau der Pflegedefizite gearbeitet werden kann. Eine Sternstunde für den Branitzer Park bedeutete die Bewilligung eines gemeinsamen EU-Förderantrags mit der polnischen Partnerstadt von Cottbus, Zielona Góra. Im Rahmen dieses Projekts werden bis 2012 in mehreren Teilen der Branitzer Park- und Kulturlandschaft dringende Erhaltungsarbeiten und Investitionen in die touristische Infrastruktur durchgeführt. Wir sind auch dabei, einen Folgeantrag zu stellen, da wir für die Wasserpyramide dringend Investitionen benötigen, um diese in ihrer Schönheit erhalten zu können.“

„Der letzte Abschnitt ‚Schließung Mittlerer Ring’ wurde im April 2009 begonnen. Er umfasst fünf Abschnitte vom Viehmarkt bis Bahnhofstraße einschließlich Kreuzungsausbau Bahnhofstraße mit Erneuerung der Bahnhofsrampe Nordauffahrt. Der erste Abschnitt von Viehmarkt bis Lausitzer Straße ist fertiggestellt. Der 3. und 4. Abschnitt in dem Bereich von Schillerstraße bis Bahnhofstraße ist bis auf den Geh- und Radweg auf der Südseite fast beendet. Die Fertigstellung der Arbeiten am Geh- und Radweg musste witterungsbedingt am Montag unterbrochen werden.
Ab 16. Dezember wird die Bahnhofsbrücke stadtauswärts einspurig freigegeben. Ab 21. Dezember erfolgt die Öffnung der Wilhelm-Külz-Straße im Abschnitt von Viehmarkt bis Bahnhofstraße für den Zeitraum der Winterpause, witterungsbedingt voraussichtlich bis Mitte März, in beide Fahrtrichtungen.
Nach der Winterpause werden die Arbeiten im Abschnitt Kreuzung Bahnhofstraße, einschließlich des Abschnittes Marienstraße bis Adolf- Kolping- Straße, und dem Abschnitt Lausitzer Straße bis Güterzufahrtsstraße fortgesetzt.“

„Das Statistische Jahrbuch 2008 steht ab sofort interessierten Bürgerinnen und Bürgern, Firmen und Institutionen zur Verfügung. Die Cottbuser Datensammlung ist eine der Grundlagen für die Arbeit der Stadtverordnetenversammlung und der Stadtverwaltung. Auch die Landesregierung greift auf dieses Zahlenwerk zurück. Zukünftige und bereits ansässige Investoren und viele Cottbuser Bürgerinnen und Bürger zeigen ebenfalls reges Interesse an unserem Zahlenwerk. Neben dem Jahresbericht werden weitere statistische Veröffentlichungen zu Schwerpunktthemen erstellt. Diese Arbeit leistet die Statistikstelle der Stadtverwaltung. Sie ist auch verantwortlich für die Kurzdarstellung der Stadt in Zahlen im Internet unter www.cottbus.de.“

„Gestern übergaben die Initiatoren zur Einleitung eines „Bürgerbegehrens über die Erstellung eines Gutachtens zur Weiterentwicklung des Cottbuser Straßenbahnnetzes“ die Listen mit den gesammelten Unterschriften an den Wahlleiter.
Damit sich die Stadtverordnetenversammlung erneut mit dem Thema Straßenbahnnetz beschäftigt, ist es erforderlich, dass dies mindestens 10% der Cottbuser Wahlberechtigten mit ihrer Unterschrift bestätigten. Danach wird Stadtverordnetenvorsteher Reinhard Drogla die Straßenbahnproblematik erneut auf die Tagesordnung des Stadtparlaments setzen. Die Stadtverordneten entscheiden dann endgültig über die Frage der Zulässigkeit des Bürgerbegehrens.
Die Zulässigkeitsvoraussetzungen sind im § 15 der brandenburgischen Kommunalverfassung festgeschrieben. Dort ist u.a. die Art der Fragestellung für das Bürgerbegehren definiert.
Die breite Mitwirkung der Einwohnerinnen und Einwohner an der Planung des Personennahverkehrs zeigt uns, dass in Cottbus von Politikverdrossenheit keine Rede sein kann. Die Cottbuserinnen und Cottbuser haben in der Diskussion um die Straßenbahn sowohl der Stadtverordnetenversammlung als auch der Verwaltung Impulse gegeben. Mit der Bildung des Fahrgastbeirates sind wir auf dem richtigen Weg.
Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie "Netzerweiterung Straßenbahn Cottbus" soll Anfang Mai vorliegen. Die Studie behandelt die drei vorgeschlagenen Straßenbahnnetzerweiterungen in Richtung Lausitz Park, Hochschule Lausitz und Behördenzentrum Sachsendorf, in Richtung BTU Cottbus, Lagune, Polizei und Technologie- und Industriepark sowie in Richtung Carl-Thiem-Klinikum, Spremberger Vorstadt und Hauptbahnhof als zentralen Umsteigepunkt.“

„In den Sommerwochen wurde in unserer Stadt viel gedreht, im Herbst saßen die Filmleute von FilmArt Potsdam über dem Schnitt des Cottbuser Imagefilms. Zum Filmfestival gab es einen ersten Einblick in den Kurztrailer und heute ist erstmals die Langfassung des Imagefilms öffentlich zu sehen.
Sechseinhalb Minuten, in denen die Filmleute, darunter der Cottbuser Filmemacher Donald Saischowa, durch ihre Kameralinse zeigen, wie vielfältig und lohnenswert unsere Stadt ist. Der Streifen soll gleichermaßen für touristische Zwecke als auch für die Investorenansprache dienen: Anforderungen, die nicht ganz einfach umsetzbar waren. Zugegeben: Sechs Minuten sind eine enge Zeitvorgabe für die Darstellung einer Stadt, die so viel zu bieten hat wie unsere. Deshalb wird es für Unternehmen und Einrichtungen die Möglichkeit geben, aus dem reichlich vorhandenen Filmmaterial, das vorerst nicht verwendet werden konnte, jeweils für ihre Zwecke neue Filmkreationen kostengünstig zu beauftragen und sie an den Trailer oder den Langfilm anzuhängen. Insgesamt sind über 17 Stunden Filmmaterial zusammengekommen. Dafür stellen wir gern den Kontakt her.
Wir sind überzeugt, dass wir mit dem jetzt vorliegenden Imagefilm die wichtigsten Botschaften aus unserer Stadt übermitteln können – nämlich, dass es viele Vorteile hat, hier zu leben, zu studieren oder zu investieren- und wünschen uns für den Film viele Möglichkeiten, gezeigt und gesehen zu werden.“