Aus dem Bericht von Bürgermeister Holger Kelch auf der 43. Stadtverordnetenversammlung am 19. Dezember 2007

„Unsere Geburtstagskinder stehen wie immer ganz oben! Herzliche Glückwünsche gehen an Hans-Joachim Roßbach, Christian Lelanz, Karl-Heinz Schuppan, Petra Otto, Thorsten Leonhardt und heute Kerstin Kircheis. Wir alle wünschen Gesundheit und eine tolle Feier. In dieser vorweihnachtlichen Zeit Geburtstag zu haben, ist sicher besonders angenehm.“

„Das Sportjahr 2007 neigt sich dem Ende entgegen. Zeit, ein kurzes Resümee zu ziehen, werden die Sportvereine der Stadt am 18. Januar in der Sparkasse Spree- Neiße haben, wo auch die besten bzw. beliebtesten Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften der Stadt Cottbus geehrt werden. Die Umfrage unter unseren Bürgern erfolgt wieder zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr. Aus der Sicht der Stadt ist positiv zu vermerken, dass die Sportfördermittel im Jahr 2007 wiederum dazu beigetragen haben, den Kinder- und Jugendsport, den Nachwuchssport, aber auch den Breitensport angemessen zu unterstützen und somit den Sportvereinen Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. So wurden 60 Sportvereine im Kinder- und Jugendsport unterstützt, 26 für die Stadt bedeutende Sportveranstaltungen von 17 Vereinen konnten gefördert werden. Dabei trugen das Springer- und das German Meeting, das Turnier der Meister sowie die EM im Bahnradsport zum internationalen Ansehen unserer Stadt bei. Sie waren nicht nur für die „Hotelbranche“ ein willkommener wirtschaftlicher Faktor. 15 Vereine erhielten einen Zuschuss zu den Betriebskosten ihrer Sportstätten. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Ehrenamtlichen in den über 140 Sportvereinen und Schulsportarbeitsgemeinschaften. Der Sportkalender der Stadt Cottbus des Jahres 2008, der sich zurzeit in Druck befindet, hält wiederum die vielfältigsten Angebote für den Kinder- und Jugendsport und den Breitensport parat. Erstmalig sind auch ausgewählte Sportveranstaltungen unserer Partnerstadt Zielona Góra im Kalender aufgenommen worden. Also dann: „Sport frei!“ im Jahr 2008.“

„Prasnikar heißt der neue Steuermann am Energieruder. Locker aus dem Slowenischen übersetzt heißt das wohl: Der Festeveranstalter. Dem Namen hat der Energietrainer am Freitag alle Ehre gemacht. Abstiegskandidat Nr.1 ist Energie nun nicht mehr und wenn der jüngste Trend fortgesetzt wird, hat die Truppe wieder alle Chancen.“

„Schon an 14. November fand die Fachtagung ‚Der Feind in den Köpfen – Rechtsextremismus heute’ statt. Ingesamt 110 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Sozialarbeiter, Lehrer und Erzieher diskutierten das Phänomen des ‚Rechtsextremismus’. Rechtsextremes Gedankengut sammelt sich mittlerweile wieder in vielen Köpfen. Rechtsextremisten sitzen in Landtagen, regionalen und kommunalen Parlamenten, ergreifen selbstbewusst das Wort, drängen geschickt und ideenreich in die Öffentlichkeit und die politische Mitte. Gleichzeitig häufen sich wieder Meldungen über Gewalttaten mit rechtsextremistischen Motiven. Unsere Fachtagung haben die Fragen nach dem, was real zu beschreiben und realistisch zu tun ist, bestimmt. Dabei ging es nur zum Teil um die Diskussion von Expertenpositionen. Wichtige Zielstellung war es, dass sich die Aktiven über ihre Handlungsmöglichkeiten austauschen. Um eine Plattform für diese Diskussionen zu bieten, veranstalteten der Arbeitskreis Schmellwitz Rechtsextremismus, der Fachbereich Jugend, Schule und Sport der Stadt Cottbus und die Stiftung SPI diesen Fachtag.“

„Ich will noch auf ein weiteres Ereignis des Novembers eingehen, das zu Recht breite Resonanz hatte und hoffentlich eine Fortsetzung findet. Ich meine den 1. Marktplatz der Freiwilligenagentur. „Gute Geschäfte“ für Unternehmen und gemeinnützig Tätige hieß das Thema, versprach viel und wurde ein Erfolg, von dem sicherlich interessante Anregungen ausgehen. In 90 Minuten durfte über alles gesprochen und verhandelt werden, außer über Geld. Eine lebhafte, quirlige Atmosphäre und ein reger Austausch herrschten am 22. November 2007 in Cottbus in der Alten Chemiefabrik. Ungewöhnlich war die Handelsware. Getauscht wurden beispielsweise ein Marketingworkshop gegen ein Klettertraining, Besucherstühle gegen einen Trommelworkshop, Schmink- und Kosmetiktipps für junge Mädchen gegen einen Theaterauftritt und das Zur-Verfügung- Stellen von Räumlichkeiten gegen Sportunterricht für die Kinder der Mitarbeiter eines Unternehmens. Der Kreativität und dem Ideenreichtum waren keine Grenzen gesetzt: Es ging um Know-how, Netzwerkzugänge, Nutzung von Räumlichkeiten, Kreativität oder Sachmittel - nur die Frage nach Geld war passé!
„Das Schöne am Marktplatz ist, dass wir mal nicht als Bittsteller auftreten, sondern etwas austauschen“, beschrieb sehr treffend eine Besucherin des Jugendhilfe Cottbus e.V. den Marktplatz. Vielfalt der am Marktplatz beteiligten Branchen war ausdrücklich erwünscht und gleichberechtigter Austausch Pflicht! Bereits im Vorfeld haben die teilnehmenden Gemeinnützigen und Unternehmen Ideen entwickelt, welche Engagementform sie jeweils bieten und in welcher Art sich eine „Gegenleistung“ gestalten könnte. Der stimmungsvolle Adventsmarkt der Freiwilligenagentur auf dem Klosterkirchplatz vor zwei Wochen passte gut in dieses Bild. Cottbuser Vereine zeigten, wie viel man in ehrenamtlicher Arbeit bewegen kann und wie viel Freude man den Mitmenschen bereiten kann. Vielen Dank dafür!“

„Zum Fotowettbewerb ‚Cottbus weltoffen’: Die Cottbuserinnen und Cottbuser zeigen seit dem 30. November im Rathaus, wie vielgestaltig und ideenreich sie den Ruf ihrer Heimatstadt in die Welt tragen. Die witzigen Cottbus-Tüten legten Langstreckenflüge zurück, durchquerten Wüsten, erklommen Pyramiden, waren zu Wasser und zu Lande dabei. Der Grund des Roten Meeres und die Heiligtümer der Azteken blieben von den Marketingbestrebungen der weltläufigen Cottbuser nicht verschont. Der „fremde Herr aus Cottbus“, der deutschlandweite Begriff für den Menschen aus der Provinz in den 20-ziger Jahren, ist endgültig passe“. „Der Cottbuser Weihnachtskalender öffnete am 1. Dezember im Rathaus dem wendischen Bescherkind das erste Türchen. Seither können Kinder, Eltern und Großeltern täglich, etwas abseits vom kommerziellen Weihnachtstrubel, eine besinnliche Stunde mit kleinen Geschenken und schönen Geschichten erleben. Den Organisatoren -auch im Namen der Kinder – herzlichen Dank!“

„Nach achtmonatiger Bauzeit, so wie vertraglich auch vereinbart, wurde am 5.Dezember im Rahmen einer feierlichen Einweihung die Spreebrücke in Döbbrick dem öffentlichen Verkehr übergeben. Das Bauwerk verbindet im Zuge der Döbbricker Dorfstraße die Stadtteile Döbbrick und Maiberg und macht den direkten Anschluss zur B 168 wieder möglich.“

„Der Besuch von Infrastrukturminister Dellmann am 7. Dezember hat positive Ergebnisse gebracht. Die Cottbuser Ortsumgehung kommt früher. Das verbessert nicht nur die Lebensqualität in der Stadt. Es bringt auch Aufträge und Arbeit. Auch an der Ertüchtigung der Bahnlinie nach Berlin wird ab kommendem Jahr gearbeitet. Wenn wir bald in einer Stunde auf dem Hauptbahnhof und in weniger als einer Stunde auf dem neuen Airport sein wollen, müssen wir uns in den nächsten Jahren in Geduld fassen und einige Umleitungen und Erschwernisse in Kauf nehmen.“

„Die bisherige Geschäftsführerin der ARGE Cottbus hat sich aus persönlichen Gründen auf einen anderen Dienstposten innerhalb der Agentur für Arbeit beworben. Die Trägerversammlung der ARGE hat deshalb einstimmig beschlossen, Frau Silvia Wiesner mit Wirkung zum 26.11.07 zur Geschäftsführerin der ARGE zu berufen. Sie verfügt auf Grund ihrer langjährigen Tätigkeit auf verschiedenen Dienstposten der Agentur für Arbeit, zuletzt als Leiterin der Geschäftstelle Senftenberg, über langjährige Erfahrungen in verantwortlichen Positionen. Mit ihrem Team will sie die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre fortsetzen. Dazu wünschen wir ihr maximale Erfolge.“

„Die Stadtverwaltung Cottbus arbeitet gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung Kolkwitz an der Schaffung des Planungsrechts für die Entwicklung des TIP – Cottbus. Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und auch von Bürgern gingen bereits eine Reihe von Anregungen und Hinweisen ein, die in den Verfahren ausgewertet werden. In dieser Woche konnten nun die Aufträge zur Anpassung der Flächennutzungspläne der Stadt Cottbus und der Gemeinde Kolkwitz sowie zur Aufstellung von zwei Bebauungsplänen vergeben werden. Damit wurde ein weiterer Schritt zur Umsetzung der Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung Cottbus vom Oktober und der Gemeindevertretung Kolkwitz vom November 2007 zur Aufstellung der Bauleitpläne getan. Die Aufträge hat eine Arbeitsgemeinschaft aus Cottbuser Planungsbüros übernommen. Zur ebenfalls vorgesehenen Beauftragung einer Studie für die äußere Anbindung des TIP – Cottbus an das überregionale Straßen- und Schienennetz laufen derzeit die Abstimmungen mit den zuständigen Bereichen des Landes Brandenburg.“

„Am 31.05.2005 musste die Deponie Cottbus-Saspow aufgrund von gesetzlichen Regelungen geschlossen werden. Von 1972 bis 2005 wurden dort insgesamt 3,7 Mio. m³ Abfall abgelagert. Um die Emissionen aus dem Deponiekörper zu minimieren, erfolgte die Fassung des Deponiegases über Vertikalbrunnen. Am 23.11.2006 wurde ein Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen. Als Verstromungsaggregat wird ein Gas-Otto-Motor vom Typ MAN verwendet, der eine elektrische Leistung von 347 kW ins öffentliche Stromnetz einspeist. Im Zeitraum vom 23.11.2006 bis 30.09.2007 lieferte das kleine Kraftwerk insgesamt 2.265.897 Kilowattstunden. Das sind ca. 6.529,96 Betriebsstunden des Motors. Dafür erhielt die Stadt Cottbus laut Erneuerbarem-Energie-Gesetz eine Vergütung in Höhe von 168.537,21 €. Diese Einnahmen werden jährlich in der Abfallgebührenkalkulation berücksichtigt. Zurzeit werten die Fachleute die gemessenen Daten in Menge und Qualität des Deponiegases aus. Sie werden als Grundlage für die Berechnung der Größe eines zweiten Blockheizkraftwerkes genutzt. Die Anlage erzeugt also regenerative Energie und leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz, da die freien Emissionen aus dem Deponiekörper reduziert werden.“

Am Ende seines Berichts dankte Bürgermeister Holger Kelch den Stadtverordneten für ihre konstruktive Arbeit zum Wohle von Cottbus. Die neue Kultur der Kommunikation zwischen ehrenamtlicher und hauptamtlicher Verwaltung hat die Stadt 2007 vorangebracht. Bürgermeister Kelch wünschte allen Stadtverordneten ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gute neues Jahr.