Antworten zu Fragen der Behindertenpolitik

  1. Wie viele Menschen mit Behinderungen leben momentan in Cottbus? Wie viele sind davon schwerbehindert?
    Laut statistischen Angaben des Landesamtes für Soziales und Versorgung des Landes Brandenburg mit Stand 31.12.2015, leben16.555 behinderte und schwerbehinderte Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt. Der Anteil der schwerbehinderten Personen beträgt davon 12009 Personen. Die Zahlen zeigen deutlich, dass der Anteil von Menschen mit Behinderung stetig steigt. (Es wurden mehr Frauen als Männer registriert). Der Hauptanteil der anerkannten Behinderungen liegt bei den Einschränkungen in der Mobilität.

  2. Was sind die aktuellen Fragen in der sogenannten Behindertenpolitik?
    2013 wurde „ Die Grundsatzerklärung – zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention“ von der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet. Dies war die damalige notwendige Voraussetzung für die weitere Verbesserung und zukunftsorientierte Teilhabe behinderter Menschen in unserer Stadt. Es galt, ein Leitbild, ein gutes Teilhabegesetz – einen Lokalen Teilhabeplan für Cottbus zu erarbeiten. Lokale Teilhabepläne stoßen in den Kommunen einen Prozess an, der langfristig die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention gewährleistet Der durch die Verwaltung bisher erarbeitete Entwurf des Cottbuser Teilhabeplanes beinhaltet zurzeit 140 Maßnahmen die sich unter 5 Handlungsfelder einordnen lassen, Handlungsfelder, welche wesentliche Lebensbereiche von Menschen mit und ohne Behinderungen aufzeigen wie zum Beispiel „Unabhängige Lebensführung durch Barrierefreiheit, Kommunikation und Erhalt von Informationen“ oder „Selbstbestimmtes Wohnen im gesellschaftlichen Miteinander“. In diesem Jahr wurde dieser Entwurf mit dem Beirat für Menschen mit Behinderungen und der Öffentlichkeit konstruktiv und kritisch diskutiert. (Entwurf des Teilhabeplanes: Lokaler Teilhabeplan) Ziel ist es, den Cottbuser Teilhabeplan im ersten Quartal 2017 von der Stadtverordnetenversammlung verabschieden zu lassen.

  3. Wohin können sich die Leute innerhalb dieser Stadt wenden? Welche Angebote gibt es?
    Wir haben in der Stadt ein breites Netz von Angeboten zur Information und Beratung für und mit Personen mit Behinderungen und deren Angehörige. Von der Stadtverwaltung hin zu freien Trägern von Einrichtungen, Verbänden und Vereinen bis hin zu den Selbsthilfegruppen und dem Beirat für Menschen mit Behinderungen.

  4. Wer organisiert den „Tag der Behinderung“ in Cottbus?
    Die UNO rief 1981 das Jahr der Behinderten aus. um auf die Belange von Menschen mit Behinderungen aufmerksam zu machen. Erstmalig initiierte die UNO den Internationalen Tag der Behinderten am 3. Dezember 1992. Schon seit einigen Jahren organisiere ich, in meiner Funktion als Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen der Stadt Cottbus, in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kooperationspartnern in der Behindertenhilfe diese Aktionstage. Es ist zu einer guten Tradition geworden diesen Tag öffentlichkeitswirksam zu begehen. Natürlich gibt es auch in den Vereinen die unterschiedlichsten großen und kleinen Aktivitäten.
    In diesem Jahr öffnete der Cottbuser Adventskalender anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen sein drittes Türchen im Foyer des Cottbuser Rathauses. Veranstalter waren in diesem Jahr gemeinsam mit der Stadt Cottbus, der Beirat für Menschen mit Behinderungen und der Seniorenbeirat.

  5. Was erwartete die Leute vor Ort?
    Am Tag der Menschen mit Behinderungen werden die Bedürfnisse der Betroffenen verstärkt in die Öffentlichkeit gerückt um das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit für diese Belange zu sensibilisieren. Die größten Barrieren gilt es jedoch in den Köpfen der Menschen zu beseitigen. Vorurteile behindern noch zu oft die notwendige Akzeptanz. Diesen Zustand zu verändern, erfordert einen Prozess des Umdenkens. Deshalb muss die Forderung nach gleichberechtigter Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Leben in unserer Gesellschaft immer wieder in die breite Öffentlichkeit getragen werden.
    Der Cottbuser Adventskalender bot mit dem Öffnen der Adventstür am 3. Dezember dafür eine sehr gute Plattformt. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern mit und ohne Behinderungen gestalteten wir die Vorbereitung und Vorfreude auf das Weihnachtsfest.