Pflegeeltern werden

Am Anfang steht oft der Gedanke, den man wieder verwirft, eine Idee, die mit der Zeit reift, positive Erfahrungsberichte von Freunden, eine TV-Reportage, ein Zeitungsartikel, ein Werbeplakat oder auch das leere Zimmer des ausgezogenen eigenen erwachsenen Kindes…

Egal, ob Sie noch unschlüssig oder schon am Ende eines langjährigen Entscheidungsprozesses stehen - scheuen Sie sich nicht, bei uns anzurufen, persönlich vorbeizukommen oder uns eine Email zu schreiben, um einen Termin für eine unverbindliche erste Beratung zu vereinbaren, in der Sie Ihre Fragen loswerden können.

pixabay; Jugendamt Cottbus

Wir freuen uns über jede Interessierte und jeden Interessierten!

Die Motivation von Pflegeeltern kann im Detail sehr persönlich und unterschiedlich sein, kommt aber letztlich immer auf das Wesentliche zurück:

Pflegeeltern möchten einem Kind, das für kurze oder längere Zeit nicht bei seiner Herkunftsfamilie leben kann, einen Ort der Harmonie und Sicherheit schenken, ihm positive Werte vermitteln. Pflegeelternbewerber erzählen uns häufig, dass sie noch „viel Liebe übrig haben“ und davon etwas abgeben möchten.

Pflegeeltern können Einzelpersonen sowie Paare - Mann und Frau oder gleichgeschlechtlich, verheiratet oder nicht verheiratet -sein. Wir sind offen für verschiedene Lebensmodelle und Persönlichkeiten. Der MENSCH mit dem, was er an Erfahrung und besonderen Stärken mitbringt und einem Kind mit auf den Weg geben kann, steht bei uns Mittelpunkt.

Schwierige Erfahrungen, an denen jemand gewachsen ist, sind mitunter ein besseres Rüstzeug für die Arbeit als Pflegeeltern als ein geradliniger Lebenslauf.

Was wünschen wir uns von Ihnen?

Wir haben hier einmal die für uns wichtigsten Persönlichkeitsmerkmale, die Pflegeeltern mitbringen sollten, für Sie zusammengefasst:

  • Freude am Zusammenleben mit Kindern

  • Zuverlässigkeit und Stabilität

  • Geduld und Einfühlungsvermögen

  • Belastbarkeit und Konfliktfähigkeit

  • Offenheit und Toleranz

  • Akzeptanz und Wertschätzung gegenüber der Herkunftsfamilie

  • Bereitschaft und Fähigkeit zur Reflexion

  • Kooperationsbereitschaft

Eignungskriterien

Ihr Weg bis zur Aufnahme eines Pflegekindes beginnt bei den grundlegenden, nachfolgend beschriebenen Eignungskriterien, die wir sorgfältig abprüfen.

  • Als erstes ist ausreichend Zeit für das Kind unverzichtbar.

  • Dies schließt eine berufliche Tätigkeit nicht aus, solange die Betreuung des Kindes gut organisiert ist und das Kind von Ihnen ausreichend Raum für Zuwendung, Förderung und Erziehung, für Arzttermine, für die Hilfeplangespräche im Jugendamt, für die Gewährleistung von Umgängen mit der Herkunftsfamilie und gemeinsame Unternehmungen erhält.

  • Für Kinder im Säuglingsalter sollte die Hauptbezugsperson ganztägig zu Hause sein, um die Betreuungskontinuität sicherzustellen.

  • Es sind angemessene räumliche Voraussetzungen erforderlich. Ihr Pflegekind benötigt einen Rückzugsort, ab spätestens dem Vorschulalter ein eigenes Zimmer. Bei unseren Hausbesuchen prüfen wir außerdem den vorhandenen Platz zum Schlafen, Spielen, Toben und Lernen sowie die Gewährleistung einer kindersicheren Umgebung.

  • In einem umfangreichen Fragebogen geht es unter anderem um Ihre persönliche Daten, Ihre Beweggründe, Vorerfahrungen mit Kindern und um die Werte, die Sie Ihrem Pflegekind gern vermitteln möchten.

  • Außerdem werden Sie hier ermuntert, Ihre eigenen Vorstellungen über das Kind, das bei Ihnen Platz finden soll, mitzuteilen. Persönliche Grenzen oder Einschränkungen für eine Vermittlung mitzuteilen, ist ausdrücklich erwünscht. Nicht jeder Bewerber bringt für jedes Kind die geeigneten Voraussetzungen mit.

  • Es muss darüber hinaus ein ärztliches Attest erbracht werden, aus dem hervorgeht, dass aus medizinischer Sicht keine Bedenken hinsichtlich der Tätigkeit als Pflegeeltern bestehen.

  • Ein Erweitertes Führungszeugnis nach § 30a BZRG ist vorzulegen.

  • Nachgewiesen gesicherte wirtschaftliche Verhältnisse sind ebenfalls Bestandteil der formalen Überprüfung.

  • Ein ausführlicher Lebensbericht vervollständigt Ihre Bewerbermappe und lässt uns beispielsweise daran teilhaben, welche Erfahrungen in Ihrem Leben besonders prägend und wertvoll waren.

Bewerberverfahren

Im Rahmen des mehrmonatigen Bewerberverfahrens lernen beide Seiten sich kennen. In unseren Gesprächen wird unter Einbeziehung Ihres Familiensystems über Ihre persönliche Motivation und eigene Biografie, Ihre Erziehungshaltung, über Ihre Ansichten und Erfahrungen zum Thema Konfliktlösung, über Fallbeispiele, gegenseitige Erwartungen und mögliche Hindernisse gesprochen.

Die Idee, ein Pflegekind zu sich zu nehmen, kann auf diese Weise reifen und konkret Gestalt annehmen. Das merken wir oft daran, dass unsere Bewerber in Gedanken beginnen, das Kinderzimmer einzurichten.

In manchen Fällen kommen Bewerber auch zu dem Entschluss, von dem Thema Pflegekind Abstand zu nehmen oder sich zu einem späteren Zeitpunkt nochmal zu melden.

Ein zweitägiger Vorbereitungskurs für Pflegeelternbewerber ist fester Bestandteil unseres Prüfverfahrens und wird von den Teilnehmern immer als sehr spannend und hilfreich beschrieben. Kontakte, die hier geknüpft werden, bleiben in vielen Fällen weiter bestehen. Man tauscht sich aus, hilft sich gegenseitig und erinnert sich später gern an die Zeit, „als alles begann“, zurück.

In einem abschließenden umfangreichen Sozialbericht wird seitens der Prüferin die Geeignetheit der Bewerber eingeschätzt und eine Empfehlung ausgesprochen.

Und dann haben Sie es auch schon geschafft!

Unterlagen zum Download