1. Wo kann ich mich in Cottbus beraten lassen?
  2. Wie wirkt der Impfstoff?
  3. Es sind zwei Impfdosen, ab wann bin ich dann geschützt?
  4. Kann ich trotz der Impfung noch Überträger der Infektion sein?
  5. Ist sichergestellt, dass ich nach der ersten Impfung auch wirklich die zweite Dosis bekomme?
  6. Beeinträchtigt der Impfstoff mein Erbgut?
  7. Kann es problematisch sein, wenn ich nach der Impfung ein Kind bekommen möchte?
  8. Ich habe gehört, durch die Impfung kann es zu einer Gesichtslähmung kommen. Stimmt das?
  9. Mit welchen Nebenwirkungen muss ich generell rechnen?
  10. Habe ich als Allergiker ein erhöhtes Risiko, einen anaphylaktischen Schock nach der Impfung zu erleiden?
  11. Ich habe mich auch nicht gegen Grippe impfen lassen, warum sollte ich mich dann jetzt gegen Corona impfen lassen?
  12. Ich bin doch jung, mir kann Corona nichts anhaben. Warum soll ich mich impfen lassen?
  13. Reicht es nicht, wenn die Risikogruppen geimpft werden?
  14. Werden Geimpfte nach der Impfung auf Vorliegen von Antikörpern getestet?
  15. Muss ich noch in Quarantäne, wenn ich geimpft bin?
  16. Es gibt keine Langzeitstudien zum Impfstoff, wie sicher kann ich mir bei dem Impfstoff dann sein?
  17. Was ist dran am Gerücht das alle Geimpften dauerhaft positiv PCR getestet werden? Da komme ich doch nie wieder in einen Flieger...
  18. Ist Geruchsverlust ein Hinweis für eine Covid19-Infektion?

1. Wo kann ich mich in CB beraten lassen?

Bei der kassenärztlichen Vereinigung findet man entsprechende Informationen. Außerdem kann man dort nach Ärzten in Cottbus suchen kann, die beraten.

2. Wie wirkt der Impfstoff?

Bei einer Impfung werden in den Körper geringe Bestandteile eines Krankheitserregers eingeschleust. Dadurch wird das Immunsystem trainiert, damit es schnell und gezielt Viren wie SarsCoV2 am Eindringen in unsere Körperzellen hindern kann.

Die derzeitige Corona-Schutzimpfung arbeitet mit Boten-RNA (Messenger RNA). Mit dieser kann aus vier Bausteinen im Labor ein Bauplan für das Spike Protein (das Protein, was es den Corona-Viren ermöglicht, in unsere Zellen einzudringen) recht schnell in großen Mengen hergestellt werden. Dieser Bauplan wird durch die Impfung in die Zelle eingeschleust (NUR ins Zellplasma, NICHT in den Zellkern!!!). Die eigene Zelle produziert das Spike-Protein und das Abwehrsystem wird dadurch geschult und produziert Antikörper und aktiviert Zellen gegen das Spike-Protein. Dadurch kann das Virus inaktiviert werden und die COVID 19 Erkrankung wird in mehr als 90% der Geimpften verhindert. Somit wird die eigene Zelle zur Medikamentenwerkstatt umfunktioniert, was sich für uns alle neu und auch etwas mysteriös anfühlt. Doch hinter der mRNA-Herstellungstechnologie für Impfstoffe steht eine seit vielen Jahren aktive und komplexe Wissenschaft, mit deren Erfahrungen es gelungen ist, diesen Impfstoff gegen SarsCoV2 so schnell zu entwickeln.

3. Es sind zwei Impfdosen, ab wann bin ich dann geschützt?

Der erste Impfstoff, der in der EU und somit in Deutschland am 21.12.2020 zugelassen wurde (Corminaty®, Biontech/Pfizer), war in der klinischen Erprobung sehr effektiv. Die Studiendaten zeigten, dass die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Virus zu infizieren, bei den COVID-19 geimpften Teilnehmer um 95% geringer war als bei den Placebo-geimpften Teilnehmer.

Dieser Effekt wurde in der Studie erzielt nach 2 Impfungen im Abstand von 21 Tagen und trat 7 Tage nach der 2. Impfung ein. Das bedeutet, dass eine nach diesem Schema gegen COVID-19 geimpfte Person nach einem Kontakt mit SARS-CoV-2 mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht erkranken wird.

Die zweite Impfung ist hierbei eine sogenannten „Boosterimpfung“, die auch im Abstand zur ersten Impfung bis maximal 42 Tage verzögert erfolgen kann. Selbst eine einzige Impfung kann sehr wahrscheinlich für wirksamen Schutz gegen die Erkrankung sorgen, aber das würde länger dauern und kann mit der Boosterimpfung beschleunigt werden.

Über welchen Zeitraum eine geimpfte Person vor einer COVID-19 Erkrankung geschützt ist, d.h. wie lange der Impfschutz besteht, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Ob, wie bei Influenza, die Impfung jedes Jahr erfolgen muss, ist ebenfalls noch offen.

Sicher ist, dass die Impfung einen sehr guten individuellen Schutz vor der Erkrankung bietet und der Nutzen einer Impfung bei weitem die Risiken der COVID19 Erkrankung überwiegt.

4. Kann ich trotz der Impfung noch Überträger der Infektion sein?

Noch kann man das nicht 100% sicher ausschließen, weil Studien hierzu kompliziert sind und die Langzeiterfahrung nach Impfung noch fehlt. Allerdings gab es noch KEINE Impfung gegen Viruserkrankungen, die NICHT auch eine Übertragung des Virus verhindert hätte!!! Und in Israel (Stand 19.1.21) ein Land, was bereits eine Durchimpfungsrate in der Bevölkerung von 25% erreicht hat, fallen bereits die Fallzahlen der Neuinfektionen.

5. Ist sichergestellt, dass ich nach der ersten Impfung auch wirklich die zweite Dosis bekomme?

Ja. Selbst wenn es wie derzeit zu Lieferengpässen kommt, hat beispielsweise das Land Brandenburg bisher sichergestellt, dass für die zweite Impfung genügend Impfstoff bereitgestellt wird. Für jede geimpfte Dosis wird quasi eine zweite im Landeslager BB zurückgehalten.

6. Beeinträchtigt der Impfstoff mein Erbgut?

Beim Menschen befindet sich das Erbgut in Form von DNA im Zellkern. Ein direkter Einbau von mRNA aus dem Impfstoff in die DNA ist nicht möglich, da mRNA sich ausschließlich außerhalb des Zellkerns im Zytosol einer Zelle befindet. Da sich die chemischen Strukturen zudem voneinander unterscheiden, ist ein Rückumschreiben von mRNA in DNA in einer Zelle natürlicherweise unmöglich. Hierzu benötigt die Zelle nämlich ein spezielles Enzym, die sogenannte „Reverse Transkriptase“, die RNA in DNA umschreiben könnte. Dieses Enzym kommt nur im Krankheitsfall z.B. bei einer HIV-Infektion, im Körper eines Menschen vor. In der Zelle und auch außerhalb von Zellen wird mRNA durch Enzyme zerstört! Bei dem Biontech/Pfizer Impfstoff ist der mRNA Bauplan ca. 4-5 Tage vorhanden, danach ist davon nichts mehr übrig. Somit sind auch Langzeitfolgen durch diesen Impfstoff ausgeschlossen!

7. Kann es problematisch sein, wenn ich nach der Impfung ein Kind bekommen möchte?

Bei Genimpfstoffstudien müssen Probanden erklären, dass sie nicht schwanger sind und sich verpflichten, dass sie in der Testphase verhüten. Allerdings sind solche Vorgaben aus ethischen Gründen bei vielen Impfstoff- und auch anderen Arzneimittelstudien üblich. Daraus hält sich das Gerücht, dass die Impfstoffe die Schwangerschaft beeinflussen oder das Erbgut des Kindes verändern könnten.

Impfstoffe, die mit mRNA arbeiten, wirken nur auf wenige Körper- beziehungsweise Muskelzellen im Bereich der Einstichstelle ein. Auch hier wird NICHT die DNA verändert Zu einer Veränderung der Eizellen oder Spermien kommt es somit nicht.

Dennoch behaupten Impfgegner, dass nach einer SarsCoV2 Impfung gebildete Antikörper gegen das Spike Protein eine Schwangerschaft verhindern würden, weil diese Antikörper die Eizelle daran hindern könnten sich einzunisten.

Es ist durchaus nicht einfach auf derart haltlose und wissenschaftlich in keinster Weise auch nur nachvollziehbare Behauptungen zu antworten. Dass dies ein Spiel mit der Angst der anderen ist, durchschauen möglicherweise die meisten, aber man möchte dann „sicher“ sein, dass diese „erfundenen Fakten“ („Fake News“) auch wirklich „nie“ zutreffen. Und obwohl es für diese Behauptung keinerlei wissenschaftliche Anzeichen oder Belege gibt, wird dann erwartet, dass ja die Antwort unbedingt wissenschaftlich belegt und nachvollziehbar ist.

Hier ein Versuch einer Erklärung, die denen die Angst vor der Impfung nehmen soll, die noch schwanger werden wollen.

Spike Proteine sind auch bei anderen Coronaviren vorhanden. Daher der Name Coronavirus, weil dieses Protein die Viren in der Elektronenmikroskopie quasi mit einer sie umgebenden „Krone“ erscheinen lässt. Das Spike Protein von SarsCoV2 ist ein sehr, sehr spezifisches Molekül: Nur für dieses Virus! Es wurde für den Impfstoff ausgewählt, weil gerade dieses Spike-Protein unter den Coronaviren extrem unterschiedlich ist. Somit richten sich die gebildeten Antikörper nur gegen DIESES Spike Protein und nicht gegen die Spike Proteine der anderen Coronaviren (Serotypen 229E, OC43, NL63 und HUK1), welche Erkältungs-oder Durchfallkrankheiten auslösen. Durch den Impfstoff wird ja der Bauplan für dieses Spike Protein geliefert und es wird genauso wie das natürlich vorkommende Spike Protein aufgebaut. Und wenn dies nach Impfung gegen SarsCoV2 geschieht, müsste dies ja auch nach der COVID19 Infektion passieren, denn danach bilden ja sehr viele Menschen (nicht alle, ca. 75%) auch Antikörper und es sind und waren in der Welt derzeit 8Stand 19.1.21) mehr als 95 Mio Menschen an COVID 19 erkrankt und das hat bisher keine Konsequenzen gehabt im Sinne der ungewollten Schwangerschaftsverhütung!!!

8. Ich habe gehört, durch die Impfung kann es zu einer Gesichtslähmung kommen. Stimmt das?

Derartige Nebenwirkungen sind für den Impfstoff nicht beschrieben. Leider neigen Impfgegner immer wieder dazu, Erkrankungen, die in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung auftreten, mit der Impfung in Verbindung zu bringen. Bei genauerem Hinsehen handelt es sich um einzelne Fälle (die man oft gar nicht selbst kennt, sondern nur über den Freund einer Bekannten gehört hat oder in sozialen Netzwerken gelesen hat). Rein statistisch können viele Beschwerden einfach so auftreten, wobei sie nicht weiter beachtet werden, wenn keine Impfung dafür verantwortlich gemacht werden kann. Wirkliche Nebenwirkungen einer Impfung oder einer Therapie allgemein können nur belegt werden, wenn eine ausreichend große Gruppe geimpft wurde, diese Gruppe genau beobachtet wird und parallel dazu eine gleich große Gruppe Menschen einen unwirksamen Stoff (Placebo) bekommen hat. Sollten sich dann Unterschiede zwischen den Gruppen finden, kann man von einer Impfnebenwirkung sprechen. Alles andere ist pure Meinungsmache und führt nur zur Verunsicherung derer, die sich impfen lassen möchten.

9. Mit welchen Nebenwirkungen muss ich generell rechnen?

Dass der Arm nach einer COVID-19-Impfung mit dem mRNA Impfstoff von Biontech /Pfizer („Comirnaty“) ein bis zwei Tage weh tut, haben jetzt bereits einige Mitarbeiter im CTK erlebt. Das ist sehr wahrscheinlich am ehesten die lokale Immunreaktion auf die Lipid-Nanopartikel.

Andere Impfstoffe z.B. die Tetanusimpfung bewirken auch derartige vorübergehende Schmerzen und das ist nicht weiter bedeutsam, sondern ist durchaus auch ein Anzeichen für die gewünschte Aktivierung des Abwehrsystems. Zur Erfassung der Impfnebenwirkungen führte in der Zulassungsstudie des Biontech-Impfstoffs (21.720 tatsächlich Geimpfte, 21.728 Placebo Geimpfte) eine Gruppe (8.183 Teilnehmer) sieben Tage lang nach jeder Impfung ein elektronisches Tagebuch und notierte dort gezielte Angaben zu lokalen und systemischen Effekten. Eine andere Gruppe der Geimpften machte sogar eigene Angaben zu Nebenwirkungen bis sechs Monate nach der zweiten Impfdosis. Man kann sich gut vorstellen wie genau man sich selber nach einer derartig neuen Impfung am eigenen Körper beobachten würde. Die Teilnehmer der Studie waren mindestens 16 Jahre alt, rund 42 Prozent von ihnen waren älter als 55 Jahre. Die Teilnehmer kamen aus Brasilien, Argentinien, Südafrika und die meisten aus den USA. Ausgeschlossen wurden Menschen mit immunsuppressiver Therapie oder vorbekannter COVID-19-Infektion.

Nach der ersten oder zweiten Impfung wurden in den Gruppen (Alter 16-55, Alter>55 jeweils Placebo oder Impfstoff) maximal beobachtet: Schmerzen an der Einstichstelle 83%; Rötungen/Schwellungen an der Einstichstelle 7%; Müdigkeit 59%; Kopfschmerzen 52%; Schüttelfrost 35%; Durchfall 12% (Maximum in der Placebo Gruppe!); Muskelschmerzen 37%; Gliederschmerzen 22% (Stand: 30.12.2020).

Als systemische Nebenwirkung trat Fieber bei 16% der 16-55-Jährigen in der Impfstoff-Gruppe nach der zweiten Impfung auf. Fast jeder zweite in dieser Gruppe nahm allerdings ein Fieber senkendes Medikament. Fieber ist hier ebenfalls „nur“ als Symptom der gelungenen Aktivierung des Abwehrsystems einzuordnen und nicht Anzeichen einer Fehlreaktion oder gar Erkrankung!

10. Habe ich als Allergiker ein erhöhtes Risiko, einen anaphylaktischen Schock nach der Impfung zu erleiden?

„Keine Wirkung ohne Nebenwirkung“ ist ein Grundkonzept der Pharmakologie. Somit ist nicht zu erwarten, dass eine Impfung, die wirkt, keine Nebenwirkungen hat. Die schwere Allergie im Sinne eines allergischen Schocks ist dabei wirklich selten:

In den USA wurden beispielsweise bei 250.000 COVID-Impfungen nur (!) sechs schwere allergische Reaktionen beobachtet. Kein Impfling verstarb oder erlitt dauerhaften Schaden!!! In der Zulassungsstudie des Biontech-Impfstoffs hatte man Menschen mit bekannter Neigung zu schweren allergischen Reaktionen ausgeschlossen. Möglicherweise sind Bestandteile der Lipid-Nanopartikel für diese Reaktion verantwortlich. Derzeit wird PEG (Polyethylen-Glykol) als Ursache diskutiert. Dieser Stoff hält die Lipidpartikel zusammen und war noch nie in einem Impfstoff. PEG ist aber in vielen Alltagsartikeln wie Shampoo, Zahnpasta, Sonnenschutzmittel, Kosmetika oder anderen biopharmazeutischen Erzeugnissen enthalten. Somit kann das Abwehrsystem bereits Antikörper gebildet haben und bei Allergikern gerät dann die Immunantwort außer Kontrolle. Eine andere derzeit diskutierte Theorie ist die Reaktion und Aktivierung des Komplement-Systems (ein System von Plasmaproteinen, das im Zuge einer Immunantwort aktiviert werden kann) als direkte Reaktion auf Kontakt mit den Lipid-Nanopartikeln, die trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bei der Herstellung, von einigen wenigen Menschen und deren Abwehrsystem als „fremd“ erkannt werden. Diese Art der Reaktion auf z.B. liposomale Medikamente ist seit einigen Jahren bekannt und der Fachbegriff hierzu ist „CARPA“, Complement activation related pseudoallergy. Wer schwer allergisch reagiert und wiederholt einen allergischen Schock hatte, weiß dies aber und sollte dann besser mit einem anderen Impfstoff gegen COVID 19 ohne Lipid-Nanopartikel geimpft werden, z.B. die „Oxford Vakzine“ von AstraZeneca, die bald zugelassen wird. Für Menschen, die derartige allergische Reaktionen noch nicht bei sich selber erlebt haben, ist es allerdings überaus unwahrscheinlich, dass sie auf den Biontech Impfstoff reagieren werden. Schwerwiegende Allergische Reaktionen werden absolut selten sein und eine Ausnahme bleiben.

11. Ich habe mich auch nicht gegen Grippe impfen lassen, warum sollte ich mich dann jetzt gegen Corona impfen lassen?

Leider ist immer noch in den Köpfen vieler Menschen verankert, dass COVID-19 nichts Anderes ist, als eine „etwas schwerere“ Grippe. Gerade in der Anfangszeit der Pandemie waren Grippesymptome und Lungenentzündung die führenden klinischen Merkmale einer COVID-19 Erkrankung. Inzwischen ist die Medizin weiter. Die Erkrankung betrifft den ganzen Körper und ist definitiv viel schwerwiegender als eine Influenza in Bezug auf die Sterberate und die Langzeitfolgen (“Long-COVID“). Das Argument, dass letztes Jahr 25.000 Menschen an Influenza starben und somit die Influenza viel schlimmer als COVID-19 sei, ist inzwischen widerlegt. Wir haben in Deutschland schon unter einem Jahr mehr COVID-19-Tote als durch Influenza. Und die Pandemie ist noch nicht vorbei! Darüber hinaus klagen viele (etwa 40%!) auch vorher Gesunde und jüngere Menschen nach der COVID 19 Erkrankung über Langzeitfolgen wie z.B. Müdigkeit, Verwirrtheit, Muskel-und Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und nicht zuletzt auch Einschränkung der Atemkapazität und Leistungsfähigkeit. Es ist fahrlässig Influenza mit COVID-19 zu vergleichen!

Quelle hierzu: https://www.aerzteblatt.de/archiv/217002/Long-COVID-Der-lange-Schatten-von-COVID-19

12. Ich bin doch jung, mir kann Corona nichts anhaben. Warum soll ich mich impfen lassen?

Es geht auch um Fremdschutz - wer sich infiziert hat, kann über mehrere Tage sehr effektiv das Virus auf andere übertragen ohne sich überhaupt auch nur irgendwie krank zu fühlen. Das kann insbesondere im zwischenmenschlichen Kontakt mit Älteren (z.B. in der Familie oder im Pflegeheim) oder im weitesten Sinne mit Immungeschwächten (hierzu gehören letztendlich auch nahezu alle Patienten in einem Krankenhaus) für dieses Gegenüber fatal werden. Für Diejenigen, die beruflich mit diesem Personenkreis zu tun haben, ist es also letztendlich auch eine Frage der grundsätzlichen Einstellung zum eigenen Beruf und der Übernahme von Verantwortung für die zu schützenden Abhängigen. Auch wenn Atemschutzmasken getragen werden, zeigt die derzeitige Erfahrung, dass diese allein eine Übertragung nicht verhindern, insb. dann nicht, wenn der Mindestabstand unterschritten werden muss wie dies im medizinischen und pflegerischen Alltag ständig geschieht. Die Impfung hingegen verringert mit Sicherheit das Risiko der Virusübertragung, es ist nur noch nicht genau klar, ob sie bei Geimpften dann eine Übertragung auf andere komplett verhindert.

Und in Bezug auf Selbstschutz muss klar sein, dass auch bei jüngeren Menschen die COVID Erkrankung zur langdauernden persönlichen Einschränkungen führen kann, s. Quelle hierzu: https://www.aerzteblatt.de/archiv/217002/Long-COVID-Der-lange-Schatten-von-COVID-19

13. Reicht es nicht, wenn die Risikogruppen geimpft werden?

Eine Impfung gegen COVID-19 trägt sowohl zum individuellen Schutz als auch zur Eindämmung der Pandemie bei. Wichtig ist wie bei jeder Impfung das Erreichen einer Herdenimmunität, denn nur so kann die Pandemie beendet werden. Laut Epidemiologen sind dafür zwei Drittel der Bevölkerung notwendig. Je mehr Menschen sich impfen lassen, also desto besser!

Ein Ende der wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Einschränkungen der Pandemie wird also nur möglich sein, wenn die unkontrollierte Weiterverbreitung von SarsCoV2 aufgehalten wird. Hierzu gibt es langjährig erprobte und in der epidemiologischen Forschung bekannte statistische Szenarien, welche die Infektiosität (Schnelligkeit und Erfolg der Übertragbarkeit eines Virus) als Einflussfaktoren mit betrachten. Ist ein Virus besonders schnell übertragbar, müssen mehr Menschen unempfänglich („immun“) für das Virus sein als bei geringerer Infektiosität des Virus. Derzeit wird davon ausgegangen, dass ca. 70% der Bundesbürger geimpft sein müssten und dass das Erreichen der Durchimpfungsrate ca. acht Monate dauern würde. Wird das Virus durch Mutationen besser verbreitbar, dann muss dieser Prozentsatz noch höher sein! Und auch wenn es hier noch viele weitere Unsicherheiten gibt (z.B.: Wie lange wird der Impfstoff überhaupt schützen? Kann so viel Impfstoff überhaupt in dieser Zeit produziert und dann auch verteilt werden? Wie erreicht man diese hohe Impfbereitschaft ohne Impfpflicht?) ist die Impfung derzeit der einzige Weg raus aus der Pandemie.

14. Werden Geimpfte nach der Impfung auf Vorliegen von Antikörpern getestet?

Derzeit gibt es hierzu keine Vorgaben dies durchzuführen, denn durch Studien wurde ja bereits belegt, dass Schutzwirkung gegen die Erkrankung durch die Impfung erreicht wird. Hierbei spielen nicht nur Antikörper eine Rolle, sondern ins. auch Abwehrzellen. Antikörper verschwinden natürlicherweise sowohl nach Impfung als auch Erkrankung wieder und sinken unter die Nachweisgrenze von Labortesten. Der Abwehrschutz nach Impfung wird über längere Zeit durch das zelluläre Immungedächtnis aufrechterhalten. Diese werden nach Kontakt mit dem Virus wieder aktiviert und sorgen auch dafür, dass die Antikörper erneut gebildet werden. Wie lange der Impfschutz tatsächlich dauern wird, ist derzeit natürlich noch unklar, denn SarsCoV2 kennen wir ja erst seit etwas mehr als ein Jahr.

15. Muss ich noch in Quarantäne, wenn ich geimpft bin?

Die bestehenden Empfehlungen und Einschränkungen zum Infektionsschutz gelten laut RKI für alle weiter. Auch nach der Impfung müssen Sie als Verdachtsperson der Kategorie 1 in Quarantäne, da derzeit nicht zu 100% sicher auszuschließen ist, ob man trotz Impfung das Virus doch noch weitergeben kann.

16. Es gibt keine Langzeitstudien zum Impfstoff, wie sicher kann ich mir bei dem Impfstoff dann sein?

Grundsätzlich sind Impfstoffe KEINE Medikamente und es gibt KEINE Langzeitfolgen nach Impfungen!!! Nach 4-5 Tagen ist die mRNA des Biontech/Pfizer Impfstoffs komplett aus dem Körper verschwunden. Wer nicht direkt im Anschluss an die Impfung nach einigen wenigen Tagen reagiert, der wird auch keine weiteren unerwünschten Wirkungen erleben!

Die seitens Impfgegner aufgeführte „Langzeitfolge“ einer möglichen Narkolepsie Erkrankung ist keine echte Langzeitfolge, sondern steht in direktem Zusammenhang mit dem Imfpfstoff und seiner Inhaltsstoffe. Nur die Aufklärung der Zusammenhänge mit dem Impfstoff „Pandemrix“ hat lange gedauert und ist auch noch nicht vollständig beendet.

Die Narkolepsie ist eine seltene Schlaf-Wach-Störung, die durch die Kernsymptome Tagesschläfrigkeit und Kataplexie (plötzlicher Verlust des Muskeltonus durch starke Gefühle) gekennzeichnet ist. Üblicherweise betrifft die Erkrankung 26 bis 50 von 100.000 Menschen.

In Forschungsarbeiten des Paul-Ehrlich-Instituts haben Wissenschaftler eine Aktivierung der Transkription des Gens des Transkriptionsfaktors Nrf2 nach α-Tocopherol-Zugabe zu humanen neuronalen Zellen in vitro entdeckt. α-Tocopherol oder Vitamin E ist ein im Impfstoff Pandemrix® vorhandener Immunverstärker (Adjuvans). Die mRNA Imfpstoffe dagegen benötigen KEINE Immunverstärker und auch KEINE Konservierungsstoffe!!! Derartiges wie die Narkolepsie kann nach SarsCoV2 Impfung NICHT auftreten!

Näheres hierzu finden Sie unter:

https://www.pei.de/DE/newsroom/veroffentlichungen-arzneimittel/sicherheitsinformationen-human/narkolepsie/narkolepsie-studien-europa

Um das Wissen über die Verträglichkeit der SarsCoV2 Impfstoffe zu erweitern, können Geimpfte ihre Nebenwirkungen selber unter https://nebenwirkungen.bund.de melden.

17. Was ist dran am Gerücht das alle Geimpften dauerhaft positiv PCR getestet werden? Da komme ich doch nie wieder in einen Flieger...

Die derzeit in Deutschland in der Diagnostik verwendeten PCR Teste weisen überwiegend NICHT das Spike-Protein und auch NICHT den Bauplan für das Spike Protein nach. Sie vervielfältigen andere für SarsCoV2 typische Genregionen (orfx Region, E Gen). Hier besteht KEINE Gefahr, dass die PCR-Teste als falsch positiv bewertet werden würden. Sollte eine PCR doch das S-Gen (Bauplan für das Spike-Protein) verwenden, dann würden aber alle anderen Genregionen fehlen und somit wäre die PCR im Sinne des Nachweises von SarsCoV2 als "NICHT nachgewiesen“ zu bewerten.

18. Ist Geruchsverlust ein Hinweis für eine Covid19-Infektion?

Geruchsverlust kann auch im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen und Behandlungen vorkommen. Allerdings ist Verlust von Geruchs-und Geschmackssinns ein Frühsymptom bei einer Infektion mit SARS-CoV-2. Am Anfang der Pandemie im Frühjahr 2020 war der Verlust von Geruchs-und Geschmackssinns nicht im Mittelpunkt der Forschung, sondern eher eine zufällige Beobachtung. Eine schwere Lungenentzündung war das gefürchtete Erscheinungsbild bei COVID-19 und entsprechend war auch die Medizin darauf fokussiert. Mittlerweile ist bekannt, dass ein plötzlich auftretender Verlust von Geruchs-und Geschmackssinns ohne andere Ursache ein sicheres Frühsymptom für eine Infektion mit SARS-CoV-2 ist. Noch bevor weitere Symptome einer COVID-19 Erkrankung auftreten bemerken Infizierte einen Verlust von Geruchs-und Geschmackssinns. Manchmal bleibt es das einzige Symptom, in schweren Verläufen folgen allgemeine Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit, Luftnot und Schlimmeres. Ein alleiniger Verlust von Geruchs-und Geschmackssinns betrifft 60 - 80% der Infizierten und hier v.a. jüngere Personen. Die Aussicht ist gut, dass sich diese Sinne wieder erholen. Etwa bis zu ca. 4 Wochen nach Abklingen der Infektion berichten ca. 80% von einem wieder normalen Riechvermögen. Nach dem aktuellen Stand der Beobachtung bleibt jeder fünfte (20%) länger in seinem Riechvermögen eingeschränkt. Meistens erholen sich diese Sinne, denn Nervenzellen in der Nasenhöhle haben die Fähigkeit zur Regeneration (“Neubildung“). Somit ist ein dauerhafter Verlust dieser Sinne allerdings eher unwahrscheinlich.

Stand: 13.09.2021
Quelle: Carl-Thiem-Klinikum Cottbus