Rückblick: Fachkonferenz "Kommunale Kriminalprävention" am 20.11.2017

Im Land Brandenburg wurde die kommunale Kriminalitätsverhütung (KKV) durch einen Erlass des Innenministeriums im Jahr 1995 geregelt. (Erneuert mit Datum vom 01.06.2017)

Dieser Erlass enthält Handlungsempfehlungen für den örtlichen Bereich, wie durch gemeinsame Aktivitäten von verschiedenen staatlichen und nicht staatlichen Akteuren sowie der Einwohnerschaft, Kriminalität und Kriminalitätsfurcht reduziert werden kann.

Er war die Basis für die Gründung des Präventionsrates (PrävR) der Stadt Cottbus am 19.09.1997. Dieser Erlass wurde vom Innenministerium überarbeitet und gleichzeitig mit der neuen Einzelregelung „Sicherheitspartner des Landes Brandenburg" im Rahmen des neuen Eckpunktepapiers „Kommunale Kriminalprävention im Land Brandenburg" am 01.07.2017 verabschiedet.

Über das neue Eckpunktepapier wurde bereits in der Sitzung des Präventionsrates berichtet. Damals erhielt die Geschäftsstelle den Auftrag, zur nächsten Sitzung über die Veränderungen im neuen Erlass zu berichten.

Dieser Auftrag wurde zum Anlass genommen eine Fachkonferenz zum Thema „Kommunale Kriminalprävention" zu organisieren, die am 20.11.2017 im Stadthaus Cottbus stattfand.

Sicherheitspartnerschaften

Ein Schwerpunkt im ersten Teil war die Vorstellung der Sicherheitspartnerschaften durch die Polizei und das Innenministerium sowie der Erfahrungsbericht der bestehenden „Sicherheitspartnerschaft" in Guben.

Nach der Definition des Innenministeriums sind Sicherheitspartner (SiPa) sozial engagierte Einwohnerinnen und Einwohner einer Gemeinde, die in der Wahrnehmung ihrer persönlichen Rechte (sog. Jedermannsrechte) und der sozialen Verantwortung für die Gemeinschaft unbewaffnet und ohne hoheitliche Befugnisse, … , für die örtliche Sicherheit aktiv tätig werden. ….. Sie nehmen keine Aufgaben von Polizei oder dem Ordnungsamt wahr (Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung), sondern alarmieren als aufmerksame Nachbarn die Polizei oder die Behörden/Ämter, wenn sie Gefahrenlagen erkennen, verdächtige Feststellungen machen oder Straftaten beobachten."

Der Präventionsrat hält diesen Projektansatz für sehr wichtig, da von Anfang an eine enge Zusammenarbeit zwischen der Polizei, der Verwaltung und den Sicherheitspartnern besteht; die Einwohner vor Ort einen Ansprechpartner haben und die Polizei diese Ansprechpartner (Vertrauensbasis) kennen. Es wäre in jedem Fall eine Alternative zur „Bürgerwehr". Der Ansprechpartner für „Sicherheitspartner" bei der Polizei, Herr Simmula, ist gern bereit, Vertreter der Ortsteile oder Bürgervereine über dieses Konzept zu informieren.

Zuhause sicher

Ein weiterer Schwerpunkt war die Vorstellung des Konzeptes zum Einbruchschutz Netzwerk „Zuhause sicher" sowie die Informationen der Wohnungsgesellschaft GWC, welche Maßnahmen (auch baulich) bisher unternommen wurden, um eine Verbesserung des subjektiven Sicherheitsgefühls seiner Mieter zu erreichen.

Zielgruppen waren die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung, Mitglieder der AG Ortsteile, Mitarbeiter aus den umliegenden Gemeinden von Cottbus, die Mitglieder des Präventionsrates, Mitarbeiter der Stadtverwaltung Cottbus und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger.

Die Veranstaltung wurde von ca. 45 Teilnehmern besucht. Es waren Vertreter aus allen genannten Zielgruppen vor Ort.

Im zweiten Teil der Veranstaltung konnten sich die Teilnehmer und die Bürgerinnen und Bürger der Stadt selber Informationen zum Einbruchschutz am Stand holen. Einige mutige haben auch versucht, selber das bereitstehende Fenster zu öffnen.

Die Verkehrswacht bot zum letzten Mal in diesem Jahr eine Fahrradcodierung an. Weiterhin gab es einen Rettungssimulator und es wurde eine Verkehrsteilnehmerschulung zum Thema „Winterverkehr" angeboten.

Diese Veranstaltung wurde finanziell vom Landespräventionsrat Brandenburg und aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!" unterstützt.

Programmflyer der Veranstaltung (PDF / 362.47 KByte / 16.04.2018)