Friedens-Kraniche aus Cottbus/Chóśebuz landen in Frankfurt/Oder

08.07.2020

Am 06. und 09.08.2020 jähren sich zum 75. Mal die Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki. Beide Daten erinnern an die Menschen, die ihr Leben lassen mussten bei den Abwürfen, und an jede, die noch Jahre später an den Folgen starben oder ihr Leben lang gezeichnet blieben. Darunter befanden sich viele Erwachsene, vor allem aber viele Kinder. Auch das Mädchen Sadako Sasaki gehörte zu ihnen. Sie hoffte, mit dem Falten von Kranichen wieder gesund zu werden, verstarb jedoch an den Spätfolgen (Leukämie) mit 12 Jahren.

2v.l.n.r.: Ivonne Lindemann (Mobile Sozialarbeiterin an der Schmellwitzer Oberschule) und Jacqueline Eckardt (Kinderschutzbeauftragte der Stadt Frankfurt/Oder)
2v.l.n.r.: Ivonne Lindemann (Mobile Sozialarbeiterin an der Schmellwitzer Oberschule) und Jacqueline Eckardt (Kinderschutzbeauftragte der Stadt Frankfurt/Oder)
Laura Koal; Stadt Cottbus/Chóśebuz

Die Cottbuser Stadtverordneten und die Stadtverwaltung haben eine Anregung aus Frankfurt/Oder aufgenommen und beteiligen sich an der Friedensbewegung unter dem Motto „Frankfurt macht Frieden und Cottbus macht mit“. Für die längste Kranichkette der Welt, die auf dem Oder-Neiße-Radweg gespannt werden soll, haben viele Menschen in der Stadt bereits fleißig mitgefaltet: Kinder und Jugendliche, Senioren und Kommunalpolitiker, Vereine, Institutionen, Kirchen und Initiativen.

Bereits zur Cottbuser Kinderkonferenz wurden 3000 Kraniche an die ehrenamtliche Kinderbeauftragte der Stadt Frankfurt/Oder, Jacqueline Eckardt, übergeben, im Rahmen des interkulturellen Festivals „Cottbus Open" reichte der Cottbuser Aufbruch stellvertretend 2000 zusätzliche Kraniche weiter.

Zum Ende des vergangenen Jahres bekamen die Frankfurter Kinderbeauftragte und die Dezernentin Milena Manns Besuch von der Sozialdezernentin Maren Dieckmann und den Schulsozialarbeiterinnen Ivonne Lindemann und Peggi Täubner; im Gepäck waren weitere 10.000 Kraniche. Mit Ferienbeginn konnten nun nochmals 16.500 Kraniche übergeben werden. Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz unterstützte die Aktion mit 5000 Kranichen. Im Rathaus am Neumarkt warten weitere 850 Kraniche, gebastelt von Schülerinnen und Schülern der evangelischen Grundschule, auf den „Abflug“ nach Frankfurt/Oder.

Oberbürgermeister Holger Kelch: „Ich freue mich, dass so viele Menschen in Cottbus/Chóśebuz, vor allem Kinder, diese Aktion aus Frankfurt/Oder als Herzenssache angenommen haben, sich beteiligen mit bunten lebensfrohen Kranichen und sich so für den Frieden in der Welt und die Ächtung von Atomwaffen einsetzen. Die Bewegung ‚Bürgermeister für den Frieden‘, deren Mitglied ich bin, sieht darin eine wichtige Unterstützung für unser gemeinsames Ziel. “

Im Sommer 2020 sollte ein Zeichen der Verbundenheit mit den Opfern und der Mahnung in die Welt geschickt werden. Aufgrund der durch die Corona-Pandemie bedingten Gesamtsituation ist dies nicht möglich. Das Gedenken findet in Frankfurt/Oder in kleinerem Rahmen statt. Die gemeinsam gestaltete Erinnerungsveranstaltung soll im August 2021 folgen. Bis dahin können weiterhin Kraniche aus Papier gefaltet und an den bekannten „Kranichauffangstationen“ abgegeben werden, um dann Teil der hoffentlich längsten Kranichkette der Welt zu werden.