Frauen „Selber Schuld“?

23.02.2018

Die 28. Brandenburgische Frauenwoche steht in diesem Jahr in Cottbus vom 2. bis zum 11. März unter dem landesweiten Motto „Selber Schuld".

1Foto: Hiekel
2Foto: Studiokanal
3Foto: Frauenzentrum Cottbus
1Foto: Hiekel
2Foto: Studiokanal
3Foto: Frauenzentrum Cottbus

Frauen können nicht so gut verhandeln, tragen zu kurze Röcke oder entscheiden sich viel zu oft für die Familie und nicht für die Karriere – derartige individualisierte Schuldzuweisungen müssen sich Frauen oft anhören, wenn es um Lohnungleichheit, Gewalt oder den geringen Frauenanteil in Führungspositionen geht. Dabei handelt es sich um strukturelle Diskriminierung.

Diese Diskriminierung verursacht beispielsweise Altersarmut, hält Frauen von politischen Mandaten fern und sorgt dafür, dass traditionelle Geschlechterrollen fortleben.

Die diesjährige Frauenwoche zielt darauf, verschiedene Formen von Ungleichheit zu erkennen und zu verändern.

Schirmherrin ist Christina Giesecke. Als engagierte Christin und 1. Stellvertreterin des Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung Cottbus hat sie sehr gern in ihrer kommunalpolitischen Tätigkeit die Schirmherrschaft über die Frauenwoche 2018 in unserer Stadt übernommen.

„Für mich gehört die Frauenwoche zu den positiven und wichtigsten frauenpolitischen Höhepunkten des Jahres, in der sich nicht nur viele Menschen begegnen, sondern wo miteinander kommuniziert, aufeinander gehört und man sich füreinander und für andere engagiert. Das Motto der Frauenwoche soll Frauen und Mädchen aufrufen, sich gegen diese individualisierten Schuldzuweisungen zu wenden", so Christina Giesecke.

Woran Frauen im positiven Sinne wirklich selbst schuld sind, das sind die Rechte, die sie gemeinsam erstritten haben: Vor 100 Jahren wurde das Frauenwahlrecht in Deutschland endlich Realität. Auch sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung sind eine wichtige Errungenschaft. Frauen erkämpften, dass Vergewaltigung in der Ehe (§ 177 StGB) seit 1997 in Deutschland unter Strafe gestellt ist.

Das vollständige Programm der 28. Brandenburgischen Frauenwoche kann unter www.cottbus.de eingesehen werden. Programmhefte liegen im Rathaus am Neumarkt, im Technischen Rathaus und in der Cottbus-Information in der Stadthalle Cottbus aus.

Für Nachfragen steht die Cottbuser Gleichstellungsbeauftragte Sabine Hiekel unter der Telefonnummer 0355/612 2018 und der E-Mail Sabine.Hiekel@cottbus.de zur Verfügung.

Ausgewählte Höhepunkte der Frauenwoche sind:

Literarisch-musikalische Ausstellung „Couture auf sowjetisch" am 3. März von 16:00-18:00 Uhr im Stadtmuseum Cottbus, Bahnhofstr. 22, des Russisch-Deutschen Kulturforum RUDEK e. V., in der das ehemalige Leningrader Top-Model Ewgenija Hartleben-Kurakina zwischen charmanten Melodien und Liedern der 60er und 70er Jahre und Lesungen aus dem gleichnamigen Buch von ihren Erfahrungen berichtet (Eintritt: 5 EUR; Anmeldung & Karten bei kontakt@rudek-ev.de )

Moderierte Diskussionsrunde „Ostfrauen im Westfernsehen" zur ARD-Fernsehdokumentation von Luc Jochimsen „Wie die DDR ihre berufstätigen Frauen ehrt" der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg e. V. am 4. März von 10:00-12:00 Uhr im Piccolo-Theater, Erich Kästner Platz, in der Frauen aus der DDR-Bezirksstadt Erfurt 1981 zur besten Sendezeit westdeutsche Zuschauende über ihre Situation und Berufstätigkeit schockierten (Eintritt: frei, Anmeldungen bei Cathleen Bürgelt, Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg e. V., E-Mail: info@bbg-rls.de, Tel.: 0331/8170432)

Gesprächsrunde „Ich bin nicht dein Schatz!" des Frauenzentrum Cottbus e. V. am 6. März von 17:00-19:00 Uhr in der „Lila Villa", Thiemstr. 55, in der die Redakteurin Anna Schiff der feministischen Zeitschrift „Wir Frauen" über Mythen und Fakten zum Sexismus spricht (Eintritt: frei, Anmeldung unter Tel.: 0355/473955 oder E-Mail: info@frauenzentrum-cottbus.de)

Vortrag und die anschließende Podiumsdiskussion „Die Gläserne Decke – Fakt oder Fiktion? Von weiblichen Chancen in der Wissenschaft" der neuen Zentralen Gleichstellungsbeauftragten der BTU Cottbus-Senftenberg, Birgit Hendrischke, am 7. März von 17:00-19:00 Uhr im Zentralen Hörsaalgebäude der BTU Cottbus-Senftenberg, Platz der Deutschen Einheit 1, in der Professorinnen, Studierenden und Promovendinnen zu gefühlten und tatsächlichen Karrierewegen ins Gespräch kommen (Eintritt: frei; Anmeldung unter Tel.: 0355/692324 oder E-Mail: gleichstellung@b-tu.de)

Frauen-Frühstückstreffen „Die Sache mit Schuld, Recht und Gerechtigkeit" der Ortsgruppe Cottbus des Frühstückstreffen für Frauen in Deutschland e. V. am 10. März von 09:00-11:30 Uhr im Hotel „Radisson BLU" Cottbus, Vetschauer Str. 12, in der die Referentin Sabine Jaeckel-Engler über neue Perspektiven zur eigenen Schuld und der von anderen in den Bann zieht (Eintritt: 14 EUR, Karten am 24. Februar um 10:00 Uhr am Büchertisch in der Oberkirche Cottbus)

Film „Die Geschichte der Dienerin" von Volker Schlöndorff nach dem Bestseller-Roman „Der Report der Magd" von Margaret Atwood am 10. März von 15:00-18:00 Uhr im OBENKINO im Jugendkulturzentrum Glad-House, Str. der Jugend 16, in dem Frauen nach einem Regierungsumsturz durch ein autoritäres Regime und religiösen Fanatismus auf ihre Zeugungsfähigkeit reduziert werden und als Dienerinnen leben müssen (Eintritt: 6 EUR, ermäßigt: 4,50 EUR; Anmeldung & Karten bis 8. März unter Tel. 0355/3802430 oder E-Mail: fischer@gladhouse.de; Vorbestellungen wegen begrenzter Platzzahl erwünscht)