Etappe der Innenstadtsanierung wird abgeschlossen

08.08.2017

Sechs Schwerpunkte in weiterer Modellstadt-Aufwertung

Die Sanierung der Cottbuser Innenstadt geht in die abschließende Phase. Bislang sind etwa 93 Prozent der Modellstadt-Fläche – das entspricht ca. 113 von insgesamt 125 Hektar – saniert. In den zurückliegenden 25 Jahren sind dafür etwa 84 Millionen Euro aus öffentlichen Kassen sowie ein Vielfaches durch private Eigentümer und Investoren eingesetzt worden. Profitiert hat davon die erweiterte Innenstadt zwischen Nordstraße und Blechenstraße, Lausitzer Straße und Spree.

Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe zieht Bilanz: „Wie attraktiv unsere Innenstadt ist, kann man bei einem Spaziergang erleben. Viele Gäste bestätigen uns, wie schön die Altstadt rund um den Altmarkt, der Grüngürtel an Spree und Stadtmauer oder der Platz um das Staatstheater geworden sind. Nicht umsonst sind unsere jährlichen Modellstadt-Spaziergänge so beliebt." Saniert wurden bislang beispielsweise 355 Gebäude. Gefördert wurde der Neubau von 85 Gebäuden. 135 Straßen, Wege, Plätze und Grünanlagen wurden neu- und umgestaltet.

Der Sanierungsstand erfordert es nunmehr, formal einen Teil der Sanierungsatzung „Modellstadt Cottbus-Innenstadt" aufzuheben. Ein entsprechender Vorschlag der Stadtverwaltung wird den Stadtverordneten im September zu Beratung und Beschluss vorliegen. Das positive Votum der Stadtverordneten vorausgesetzt, bedeutet das für Grundstückseigentümer im Sanierungsgebiet, die bisher keine Vereinbarung mit der Stadt über die vorzeitige Ablöse der Beiträge vereinbart haben, dass nunmehr die Ausgleichsbeträge fällig werden. Die betreffenden Eigentümer erhalten entsprechende Anschreiben mit der Möglichkeit zur Anhörung.

Die Stadtverwaltung rechnet mit insgesamt etwa 3,5 Millionen Euro an Einnahmen. Dieses Geld kann dann wiederum direkt im Sanierungsgebiet investiert werden.

Die neuen Einnahmen werden in den Jahren 2018/2019 im verbleibenden Modellstadt-Gebiet eingesetzt.

Dazu gibt es sechs Schwerpunkt-Aufgaben:

Stadtpromenade zwischen Blechen-Carré und Berliner Straße:

Dazu zählen die geplante Flaniermeile an der Stadtpromenade einschließlich Radwegeverbindung, die Gestaltung des Postparkplatzes sowie die Sanierung von Fenstern im denkmalgeschützten Rathaus am Neumarkt.

Quartier zwischen Sprem, Mühlenstraße, Altmarkt und Scharrengasse:

Hier gibt es Sanierungsbedarf an zwei Gebäuden am Altmarkt sowie Instandsetzungsbedarf an verschiedenen Gebäuden. Derzeit läuft bereits die Sanierung des Wendischen Museums.

Oberkirchplatz, Sandower Straße bis Spreeufer:

Aufwertung und Neugestaltung des Oberkirchplatzes sind bereits geplant. Die Magazinstraße soll weiter saniert werden. Auf dem Grundstück des früheren Wichernhauses errichtet ein privater Investor eine neue Wohnanlage, wobei zwei denkmalgeschützte Gebäude erhalten und saniert werden. Es entstehen ca. 60 moderne Wohnungen.

Franz-Mehring-Straße, Freiheitstraße, Neustädter Platz:

Für das Quartier um den Neustädter Platz/Freiheitsstraße/Rosenstraße gibt es Pläne, ca. 100 Wohnungen sowie Tages- und Dauerpflegeplätze zu schaffen. Der heutige Parkplatz Ecke Mehringstraße/Freiheitsstraße soll langfristig bebaut werden.

Quartier Tiegelgasse/Bürgerstraße:

Die Rudolf-Breitscheid-Straße soll 2018 teilweise und inklusive des Parkplatzes Rossstraße saniert werden. Das ehemalige Brauerei-Grundstück an der Bürgerstraße ist in privater Hand – Pläne für Abriss und eine Wohnbebauung werden abgestimmt. Sie stimmen grundsätzlich mit den Zielen im Sanierungsgebiet überein. Weitere Gebäude im Quartier sind noch sanierungsbedürftig.

Wilhelmstraße/Taubenstraße:

In der Taubenstraße wird ein Wohnhaus saniert; in der Nachbarschaft sollen neue Garagen entstehen. Eine Brachfläche soll demnächst durch die zwangsverwaltende Bank ausgeschrieben werden.

Ausgleichsbeträge konnten in den zurückliegenden Jahren schon vorab und mit Rabatten beglichen werden. Auf diese Art und Weise sind ca. 10,5 Millionen Euro eingenommen und re-investiert worden. Der Vorteil an diesem Verfahren ist, dass das Geld nicht anteilig an Fördermittelgeber erstattet werden muss, sondern unmittelbar und in voller Höhe dem Modellstadt-Gebiet zugute kommt.

Das gesamte Sanierungsvorhaben im Rahmen der Modellstadt Cottbus-Innenstadt wird voraussichtlich 2019 abgeschlossen sein.