Zur Arbeit des Präventionsrates der Stadt Cottbus

11.01.2017

In den zurückliegenden Jahren hat sich mit der politischen und gesellschaftlichen Situation auch die Kriminalität verändert. Themen wie Einbruchschutz, Fahrrad- und Pkw-Diebstähle und Drogenhandel durch international agierende Banden sowie die Flüchtlingsproblematik nehmen immer mehr Raum ein. So ist zwar die Zahl der Straftaten insgesamt zwischen 2014 und 2015 von 11.717 auf 10.741 und auch die besonders schweren Diebstähle von 4000 auf 3362 gesunken. Dagegen stieg die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle in diesem Zeitraum von 117 auf 143. Auch die Zahl der Autodiebstähle ist anhaltend hoch.

Mit einer Klausursitzung hat der Präventionsrat der Stadt Cottbus geklärt, ob sich die Aufgaben in der Kriminalprävention verändert haben.

Vier Schwerpunktthemen wurden von den Mitgliedern des Präventionsrates erarbeitet:

  1. Vernetzung
  2. Sicherheit im Wohnumfeld, Stadtbild
  3. Konfliktverhalten/Werkzeuge
  4. Vorbild/Elternschaft

Die Vernetzung steht an erster Stelle. Hier geht es um den Austausch und die Zusammenarbeit der Mitglieder untereinander und mit weiteren möglichen Partnern und Vereinen, die sich bereits zum heutigen Zeitpunkt mit kriminalpräventiven Themen befassen. Dieser Schwerpunkt wird parallel zu anderen Präventionsprojekten ständig vervollständigt und überarbeitet.

Auf der Klausursitzung wurde die Verabredung getroffen, jedem erarbeiteten Schwerpunkt ein Themenjahr zu widmen. Damit sollen die verfügbaren Ressourcen gebündelt und eine intensivere Bearbeitung des jeweiligen Schwerpunktes erreicht werden. Für das Jahr 2017 entschied sich der Präventionsrat einstimmig für das Thema „Sicherheit im Wohnumfeld".

Was führt zu mehr Sicherheit im Wohnumfeld? Ordnung und Sauberkeit sind wichtige Kriterien zur Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls.

In diesem Rahmen werden folgende Maßnahmen und Projektansätze für eine Umsetzung geprüft:

  • Zu den Stadteilrundgängen des Oberbürgermeisters soll in Zukunft auch die Polizei eingeladen werden, um auf diese Weise Informationswege zu verkürzen.
  • Fortführung des alljährlichen Frühjahrsputzes in der Stadt (in diesem Jahr findet er vom 06. – 08.04.2017 statt).
  • Prüfung, ob mit der nächsten Förderperiode die Einführung von Quartiersläufern (Lotse, „Kümmerer") wieder möglich ist.
    Der Quartiersläufer nimmt Beschwerden und Hinweise der Bürgerinnen und Bürger in den Stadtteilen auf und leitet diese Informationen an den Stadtteilmanager, die zuständige Wohnungsgesellschaft oder die Kommune weiter. Damit soll das Prinzip der „kurzen" Wege zwischen den Akteuren ausgebaut werden.
  • Am 27.03.2017 wird gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung im Stadthaus Cottbus ein Fachtag zum Thema „Albtraum Einbruch, Albtraum Diebstahl …" angeboten.
  • Ganzjährig kann man sich von der Beratungsstelle der Polizei im Rahmen des Netzwerkes „Zuhause sicher" zum Einbruchschutz individuell beraten lassen

Der Präventionsrat nimmt gern weitere Hinweise und Vorschläge von den Einwohnern der Stadt entgegen, die zur Verbesserung der Sicherheit und des Sicherheitsgefühls beitragen können.

Der Präventionsrat der Stadt Cottbus wurde 1997 auf der Grundlage eines KKV- Erlasses (Kommunale Kriminalitätsverhütung) vom Innenministerium Brandenburg gegründet.

Damit wurde der Grundstein gelegt, dass neben Polizei und Justiz auch die Kommune durch gezieltes Handeln Einfluss auf die Reduzierung von Kriminalität nehmen kann.

Durchgeführt wurden in diesem Rahmen mehrere Graffiti-Projekte, Projekte zur Medienkompetenz, Fachtage zur Verhinderung von Mobbing an den Schulen, Seniorensicherheitskonferenzen, eine Einwohnerbefragung zum subjektiven Sicherheitsgefühls (und speziell der Senioren) in den Stadtteilen.