Die Zeit vom 24.09. bis 29.09.2019 war in Cottbus maßgeblich durch den Besuch unserer französischen Gäste aus der Partnerstadt Montreuil anlässlich des 60. Jubiläums der Partnerschaft geprägt.

Jan Gloßmann

On récolte ce qu’on a semé. - Wir ernten, was wir säen.

60 Jahre Städtepartnerschaft sollte gefeiert werden und wurde in dieser Woche greifbar gelebt. Sowohl eine 6-köpfige Delegation aus der Verwaltung der Partnerstadt unter Leitung des Bürgermeisters Patrice Bessac und 32 Jugendliche und 5 Betreuer von 5 Schulen aus Montreuil wurden jeweils mit einem vielfältigen Programm begeistert. Im Piccolo-Theater nahmen im selben Zeitraum erstmals 5 weitere Gäste aus Montreuil am internationalen Festival „InterTwined“ teil.

Die Gruppe der Jugendlichen aus Montreuil – um ein paar Höhepunkte zu erwähnen - erkundete die Innenstadt gemeinsam mit Schülern des Humboldt-Gymnasiums, hatte eine Unterrichtseinheit in der Sprache Deutsch am Humboldt-Gymnasium, nahm am Crosslauf der Schulen teil, lernte den Sportstättenbetrieb und das Menschenrechts-zentrum kennen. Zwischenzeitlich wurde es ein trinationaler Austausch, als die deutschen und französischen Jugendlichen gemeinsam mit Kindern aus Zielona Góra beim Verein Cottbus Wheel e.V. Sport trieben. Zum Abschluss stand für die Jugendlichen der Besuch der Hauptstadt Berlin anlässlich 30 Jahre Mauerfall auf dem Programm.

Jan Gloßmann

Während ihres Aufenthaltes konnte die Delegation aus der Verwaltung von Montreuil u.a. die Ausstellung „Die Anderen sind Wir. Bilder einer dissonanten Gesellschaft“ im Brandenburgischem Landesmuseum für moderne Kunst besichtigen, den Sportstättenbetrieb Cottbus und den Servicebereich „Bildung und Integration“ der Stadt Cottbus/Chóśebuz, sowie ein Flüchtlingsheim in Cottbus kennenlernen. Zum Abschluss des Programms gab es einen Einblick in der Cottbuser Zukunft als die Delegation am Aussichtsturm Merzdorf das Projekt „Cottbuser Ostsee“ vorgestellt wurde.

So wurden auch neue Themenfelder der partnerschaftlichen Arbeit eröffnet und die Gäste aus Montreuil haben Cottbus/Chóśebuz mit zahlreichen vielfältigen Eindrücken verlassen.

Am 25.09.2019 wurde die Partnerschaft während der Stadtverordnetenversammlung gewürdigt. Hier ein Auszug der Cottbuser Rundschau vom 26.09.2019: „Offizielle Feierstunden sind oft zähe und staubige Angelegenheiten. Doch ausgerechnet dieser Teil der Sitzung des Stadtparlaments verwandelt sich am Mittwoch in ein Fest. Dabei geht es um 60 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Cottbus und Montreuil. Bürgermeister Patrice Bessac hält mit Charme und dem richtigen Quäntchen Pathos eine so mitreißende Rede auf die Bedeutung der Völkerverständigung, die demokratischen Grundwerte und ein gemeinsames Europa, dass er immer wieder von Applaus unterbrochen wird. Zum Schluss hält es die Cottbuser Abgeordneten nicht mehr auf ihren Plätzen. Das ist ein großer Moment im Hohen Haus.“

Jan Gloßmann

Höhepunkt der Woche war die Eintragung von Patrice Bessac, Bürgermeister der Partnerstadt Montreuil, in das Goldene Buch der Stadt. Er unterzeichnete den Eintrag in einer Feierstunde anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Partnerschaft im Cottbuser Stadthaus. Bessac dankte für die Ehre und erinnerte an ein Sprichwort aus Afrika: „Freundschaft ist wie ein Gang durch die Wüste. Man muss ihn beständig weitergehen und darf niemals aufgeben." Gäste der feierlichen Begegnung am 26.09.2019 waren neben vielen Akteuren der Städtepartnerschaftsarbeit aus Cottbus und den Gästen aus Montreuil, auch die Erste Botschaftsrätin der Französischen Botschaft in Deutschland Frau Sylvie Massière, der Beigeordnete Prof. Heiko Lukas aus der Partnerstadt Saarbrücken und Frau Karin Passebosc vom Deutsch-Französischen Jugendwerk. Dieser Vormittag lieferte einen Einblick in die Vielfältigkeit von Städtepartnerschaften. Unter anderem stellten das Humboldt-Gymnasium und das Oberstufenzentrum I verschiedene Projekte des Schüleraustausches vor. Das Gymnasium in Schmellwitz pflegt seit mehreren Jahren eine Partnerschaft mit einer Montreuiler Einrichtung. Das OSZ hat im September ein zweijähriges Erasmusprojekt begonnen, in dem sich Schülerinnen und Schüler aus Cottbus/Chóśebuz sowie das Lycée Concordet in Montreuil mit eigenen Beiträgen zum Klimaschutz beschäftigen.

OB Holger Kelch: „Wir sollten die Städtepartnerschaften weiter dazu nutzen, die Verständigung unter Bürgerinnen und Bürgern, vor allem jungen Leuten, zu fördern und vor allem Geschichte zu vermitteln. Freiheit, das muss die Botschaft sein, Freiheit ist unersetzbar, und sie ist immer an Verantwortung gekoppelt. Mitten in Europa arbeiten wir so an einem Projekt des Friedens, der gegenseitigen Achtung, des Respekts und der Freundschaft, das 1959 mit den Unterschriften von den Stadtoberhäuptern André Gregoire und Heinz Kluge begann."