Sonntag
15.05.2022, 13:00 – 18:00 Uhr (weitere Termine)

Ein fotografischer Blickwechsel - Změna fotografiskego wida

Fotografie Maik Lagodzki

Freunden und Besuchern des Museums ist der Künstler bereits durch seine grafischen Ideen und Arbeiten für die 2020 neu eröffnete ständige Ausstellung bekannt. Im Oktober 2020 präsentierte Lagodzki im Wendischen Museum die Ausstellung „Wuglědy – Perspektiven“ und überraschte mit seiner schöpferischen und modernen Sichtweise.

Ein ums andere Mal fasziniert Lagodzki nun in einer neuen Ausstellung durch seine individuelle – unangepasste, unverkrampfte und kreative – Sicht auf wendisches Brauchtum und präsentiert so eine Osterausstellung der anderen, besonderen Art.

Im Frühjahrs- und Osterbrauchtum vieler Völker, so auch bei uns Sorben/Wenden, nehmen das Ei, Licht, Wärme, Sonne und das erwachende Grün als Sinnbilder für Werden und Vergehen, für Fruchtbarkeit, Auferstehung und Hoffnung auf neues Leben, eine zentrale Rolle ein.

Offenbaren sich all diese Motive in der Ausstellung von Maik Lagodzki auch nicht auf den ersten Blick, sind sie doch Thema und zeigen eine neue, überraschende und unkonventionelle Perspektive.

So erzählt u.a. die Fotoserie Koukaran in der die Elemente Ei, Licht und Blume im Mittelpunkt stehen, eine ganz individuelle Geschichte von Vergänglichkeit, Tod und Auferstehung. Mit dem besonderen Blick fürs Detail und hinter die Kulissen porträtiert Lagodzki wendische Pfarrer und begleitet mit seiner Kamera wendische Ostersängerinnen. Neben beeindruckenden Fotos werden Video- und Kunstinstallationen präsentiert.

Zum Künstler:

Maik Lagodzki ist 1977 in Hoyerswerda/Wórjejce geboren und wohnt bis zu seinem 29. Lebensjahr in Cottbus/Chóśebuz. Nach der Ausbildung zum Mediengestalter ist er als Grafiker in einem Cottbuser Medienunternehmen und ab 2007 in einer Werbeagentur in Hamburg beschäftigt.

Ab 2008 arbeitet Lagodzki als freier ArtDirektor in Hamburg, Berlin und Tokyo. 2009 beginnt seine Tätigkeit an freien fotografischen Projekten. 2017 zieht es ihn zurück nach Brandenburg, wo neben Mediendesign die Gestaltung musealer Ausstellungen ein wichtiger Teil seiner Arbeit wird.

Lagodzki entdeckt sein Interesse an visueller Kunst durch Untergrund- und Avantgardefilme der 1980er und 90er Jahre. Erste eigene Werke sind Zeichnungen, Collagen, und Experimente mit Videostandbildern. 2009 weckt die Fotografie sein Interesse. Anfänglich entstehen Aufnahmen unkonstruierter Straßenszenen. Seine Begeisterung für Filme von Akira Kurosawa, Ozu Yasujirō und Shin‘ya Tsukamoto prägt seinen Hang zu schwarz/weiß-Aufnahmen. In den darauffolgenden Jahren fotografiert er Portraits und konzeptionelle Serien in Asien und Amerika, setzt sich fotografisch aber auch mit regionalen, gesellschaftlichen Themen in Cottbus auseinander. Seit 2017 experimentiert Lagodzki in der abstrakten Fotografie. Überzogene Perspektiven, grobe Bildausschnitte und gewollte Disharmonien markieren einen großen Teil seiner Arbeiten. 2019 beginnt er mit Studien zu fotografischen Projektionen auf abstrakten Untergründen und mit der Konzipierung und Gestaltung audiovisueller Ausstellungen.

2021/22 zeigt Lagodzki an 365 Tagen ausgewählte Fotografien und Videoinstallationen im eigenen open-Studio kōen gallery.

M. Noack – Kuratorin Wendisches Museum