Samstag
18.09.2021 (weitere Termine)

Vielfältige Wahrnehmungsebenen

Die für den Außenraum konzipierte Installation sieht auf den ersten Blick aus wie eine gigantische Wäscheleine, die zwischen zwei Holzpfähle gespannt ist und an der rotbraun gefleckte Textilstücke hängen. Auf den zweiten Blick wird klar, dass die überdimensionalen „Laken“ nicht aus Stoff sind, sondern aus großflächigen Stahlblechen bestehen. Dass die Installation an einen klassischen Wäscheplatz erinnert, ist kein Zufall. Chris Hinze verbindet hiermit nicht nur einen kommunikativen Ort seiner Kindheit, sondern setzt mit einem Augenzwinkern an den historischen Orten der Schwerindustrie der Hausarbeit als tradierter weiblicher Domäne ein Denkmal. Ein sensibles Gehör und eine entsprechende Windstärke sind die Voraussetzungen für eine akustische Wahrnehmung. Sobald die Natur in Form des Windes die rostigen Stahlbleche berührt und zum Schwingen bringt, erzeugen sie verschiedene Geräusche und Töne: vom leisen Sirren über ein fast melodisches Glissando, das dem einer singenden Säge ähnelt, bis hin zu einem leisen Knattern.

1Der Künstler Chris Hinze und seine Installation im Amtsteich „Schnittmeister“
2Die Installation „Schnittmeister“ von Chris Hinze
1Der Künstler Chris Hinze und seine Installation im Amtsteich „Schnittmeister“
2Die Installation „Schnittmeister“ von Chris Hinze
Foto: Marlies Kross

Der Titel der Arbeit verweist auf eine Methode der Herstellung einer Erzählung durch das Zusammenfügen von Fragmenten, ebenso wie er Auskunft über die Arbeit des Künstlers gibt, der wie ein Cutter im Film einzelne Teile zu einem Ganzen verbindet.

Die Eröffnung findet statt am Freitag, 25. Juni 2021, 19 Uhr, musikalisch begleitet von Momo Kohlschmidt (Gesang) und Mark Chaet (Violine).

Wichtiger Hinweis
Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) zeigt Chris Hinzes Installation „Schnittmeister“ vor seinem Cottbuser Standort.