FUEV-Resolution zum Witaj-Projekt verabschiedet
Sprachenvielfalt und Sprachenerhalt in Europa standen im Mittelpunkt des 57. Jahreskongresses der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV), der vom 16. bis 20. Mai in der russischen Hauptstadt stattfand. Rund 170 Teilnehmer hatten sich im Deutsch-Russischen Haus in Moskau, dem Sitz des Dachverbandes der Russlanddeutschen, zum größten Treffen der autochthonen nationalen Minderheiten versammelt.
Drei Themenschwerpunkte bestimmten das Delegiertentreffen: die allgemeine Situation der Minderheiten bzw. Nationalitäten in der Russischen Föderation, die große Sprachenvielfalt im Vielvölkerstaat Russland, besonders im Zusammenhang mit den erhandlungen über die hier noch ausstehende Ratifizierung der Europäischen Charta für Regional- oder Minderheitensprachen, sowie die Ausformulierung des FUEV-Grundrechtes auf Sprache.
Der Jahreskongress fand nicht nur bei der russischen Regierung. große Aufmerksamkeit. Nebenzahlreichen Experten waren auch Vertreter des Europäischen Parlamentes und des Europarates angereist. Sie sprachen sich deutlich dafür aus, die Zusammenarbeit mit der FUEV künftig weiter auszubauen. Nach der Aufnahme von vier neuen Mitgliedern vertritt die FUEV nun 94 Minderheitenorganisationen.
Unter den Resolutionen, die die Delegierten der FUEV verabschiedeten, befand sich auch eine von der Domowina eingebrachte Stellungnahme zu den jüngsten Kürzungsplänen der brandenburgischen Landesregierung, die das WITAJ-Projekt und den bilingualen Niedersorbisch-Unterricht betreffen. „Die FUEV wird sehr genau beobachten, was in Brandenburg geschieht. Wir werden darauf dringen, dass die Landesregierung ihren Verpflichtungen nachkommt und die bestehenden Bildungsangebote nicht durch eine unangemessene Anwendung z.B. von Mindestschülerzahlen reduziert werden“, so FUEV-Vizepräsident Dr. Hauke Bartels aus Cottbus.
