Inhaltsbereich

Verbraucherschutz: Jede siebte Sonnenbank strahlt mehr als erlaubt

Eine Marktstudie über Sonnenbänke und Sonnenstudios brachte es ans Tageslicht: Das Bräunen mit künstlichem UV-Licht ist weiterhin mit Vorsicht zu genießen.

Die zuständigen Behörden in zehn EU-Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, überprüften in den vergangenen beiden Jahren gut 500 Sonnenbänke in mehr als 300 Sonnenstudios und Wellnesszentren. Das Ergebnis: Jede siebte Sonnenbank überschritt die geltenden Grenzwerte für UV-Strahlung. In vielen Studios fehlten Warnhinweise und eine Beratung für die Nutzer. Auch auf das Sonnenstudio-Verbot für Minderjährige wurde nur selten hingewiesen.

Nur zertifizierte Studios besuchen

Wer seine Winterblässe mit künstlichen UV-Strahlen aufpeppen möchte, sollte beim Besuch eines Solariums darauf achten, dass es sich um ein zertifiziertes Studio handelt. Dann ist die Chance größer, eine Beratung über den eigenen Hauttyp zu erhalten und über Gesundheitsgefahren aufgeklärt zu werden. So wie eine Berlinerin, die ab und zu die Sonnenbank eines großen zertifizierten Anbieters nutzt. „So eine Kette kann es sich gar nicht leisten, nicht zu informieren“, sagte die Kundin.

Aber selbst ein Zertifikat bietet keine Garantie, dass die EU-weiten Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. In Deutschland beispielsweise ist die Zertifizierung freiwillig. Lediglich 15 Prozent der 5.000 deutschen Solarien beteiligten sich an der Zertifizierung nach Kriterien des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS). So warnte auch das BfS im vergangenen Jahr vor dem Solariumsbesuch. Eine Stichprobe unter den 800 deutschen Studios mit Zertifikat hatte ergeben, dass nur ein Bruchteil davon alle Anforderungen erfüllt. John Dalli, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, wies darauf hin, dass sich die Hautkrebsrate alle 15-20 Jahre verdoppelt. Allein in Deutschland treten der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) zufolge jedes Jahr 140.000 Neuerkrankungen auf. Vor allem junge Menschen sind gefährdet, denn ihre Haut ist noch dünn und empfindlich.

Dass in 14 Prozent aller Fälle gegen die Sicherheitsvorschriften verstoßen wurde, ist für die EU-Kommission Grund genug, in dieser Woche ein Folgeprojekt zu starten, um den Verbraucherschutz beim Solariumsbesuch zu verbessern. Demnach werden die Kontrollbehörden in zwölf Mitgliedstaaten mehr Inspektoren ausbilden und die Informationen für Kunden deutlicher herausstellen. Außerdem sollen die Ämter stärker mit Sonnenbankherstellern zusammenarbeiten, die für die Sicherheit ihrer Produkte verantwortlich sind. Die Ergebnisse des Projekts werden voraussichtlich Ende 2011 vorliegen.

weitere Informationen

Historische Stadtansichten