Cottbus Ostsee

Wegen ihrer gewaltigen Ausdehnung sind die Tagebauflächen ein wichtiges Thema für die gesamte Region. In Cottbus nehmen die Flächen, die vom Braunkohlenabbau betroffen sind und nach 2015 in veränderter Form für die städtebauliche Entwicklung wieder zur Verfügung stehen werden, ca. ein Fünftel des gesamten Stadtgebietes ein. Das große Baggerloch, das nach dem Abbau der Braunkohle übrig bleiben wird, soll sich in der Folgezeit bis zum Jahr 2030 langsam in einen rund 1.900 ha See verwandeln.
Die Stadt Cottbus, als Oberzentrum und Impulsgeber für den südbrandenburgischen Raum, sieht sich schon heute in der Pflicht, ein Zukunftsbild für diesen Planungsraum zu entwickeln, da nur während der Tagebautätigkeiten noch auf die künftige Topografie Einfluss genommen werden kann. Dabei werden die Veränderungen als eine große Chance auf dem Weg zum Strukturwandel angesehen.

Internationaler städtebaulicher Wettbewerb
Durch die Stadt Cottbus und die angrenzenden Gemeinden wurde in den Jahren 2000/2001 ein internationaler städtebaulicher Ideenwettbewerb durchgeführt, der für den gesamten Ostraum der Stadt, der durch den bis 2015 tätigen Braunkohlentagebau „Cottbus-Nord“ geprägt ist, städtebauliche sowie landschaftsplanerische Aussagen treffen sollte, die der Stadt Cottbus als auch den benachbarten Gemeinden bei der zukünftigen Gestaltung des Raumes hilfreiche Anregungen verschaffen sollen.
Mit der Auslobung des Wettbewerbs "Cottbus-Ostsee" sollten Ideen und Perspektiven für die Entwicklung der Region in den nächsten 30 Jahren gewonnen werden, die im Ergebnis helfen, das Beziehungsgefüge zwischen der Stadt Cottbus und den angrenzenden Gemeinden im Zuge der Transformation eines Braunkohlentagebaus in einen Lebens-, Wirtschafts- und Kulturraum für das 21. Jahrhundert neu zu definieren. Dabei waren u.a. Fragen zur künftigen Infrastruktur und Verkehrserschließung zu beantworten, das künftige Verhältnis von Siedlungs- und Landschaftsraum, von Freizeit-/Erholungsnutzung und Naturschutz heraus zu arbeiten und in Grundzügen zu definieren. Es wurde kein finites Bild erwartet, sondern die Entwicklung einer prozessorientierten Leitidee, die eine robuste Grundlage für ein späteres Planwerk bietet.
Es wurden grundlegende Zukunftsfragen an die städtebauliche Entwicklung der Stadt und an die künftige Gestaltung der Böschungsbereiche des ca. 2015 auslaufenden Tagebaus Cottbus-Nord gestellt, die jedoch nicht abschießend durch die Planer beantwortet werden konnten. Vielmehr ist ein Spektrum von möglichen Entwicklungen, von Entwicklungsoptionen aufgezeigt worden, welches in einem kooperativen Verfahren weiter diskutiert und präzisiert werden sollte.
Über die insgesamt 49 eingereichten Vorschläge entschied das Preisgericht im Juni 2001. Die Jury stellte in ihrer Schlussempfehlung fest, dass die Qualitäten der eingereichten Arbeiten überdurchschnittlich war. Sie empfahl der Ausloberschaft, die prämierten Lösungsansätze in einem dialogorientierten Verfahren weiter zu qualifizieren und hielt es bei der Komplexität der Aufgabe für ratsam, die Kombinations- und Ergänzungsmöglichkeiten einzelner Konzeptansätze zu überprüfen. Als Konsequenz daraus entschied sich die Jury für eine 1. und 2. Preisgruppe sowie eine Ankaufgruppe.

Zukunftswerkstatt Cottbuser Ostsee
Die zum Teil divergierenden Aussagen der ausgezeichneten Wettbewerbsarbeiten werden gegenwärtig im Rahmen eines Werkstattverfahrens entsprechend den heutigen Rahmenbedingungen kooperativ weiterentwickelt, um in einem zum Teil öffentlich geführten Diskussionsprozess die innovativsten, tragfähigsten, aber auch realistischsten Ideen herauszufiltern.
Aus den primären Zielsetzungen soll als übergreifendes Ergebnis ein Masterplan für das gesamte Planungsgebiet abgeleitet werden. 2005 wird dieser Masterplan der Stadt Cottbus vorliegen.
Das Verfahren wird unter www.cottbuser-ostsee.de dokumentiert.

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