Planspiel Kommunalpolitik Cottbus 2007

"Ohne Jugend ist kein Staat zu machen?"

Doch wie bekommt man das zusammen, Jugend und politisches Interesse?

52 Mädchen und Jungen mit ihren Projektleitern aus dem Ludwig-Leichhardt-Gymnasium und der Sandower Oberschule erlebten am 04.07. im Stadthaus, Altmarkt 21, Kommunalpolitik hautnah.

Ausgerüstet mit dem Einmaleins der Kommunalpolitik, vermittelt durch das Trainerteam der Friedrich-Ebert-Stiftung, unter der Leitung des "echten" Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, Michael Wonneberger und in Anwesenheit des Oberbürgermeisters Frank Szymanski fand die erste jugendliche (nachgespielte) Stadtverordnetenversammlung in Cottbus statt. Nach der Bestätigung der Tagesordnung durch Handzeichen wurden ernsthafte Probleme angesprochen und diskutiert.

Vierzehn Anfragen und sieben Anträge, welche gemeinsam mit Vertretern der "echten" Fraktionen formuliert wurden, machten deutlich, was für die 15- und 16-jährigen Kommunalpolitiker wichtig ist.

Themen wie:

  • Verkauf von Nikotin- und Alkohol an Minderjährige
  • Schaffung schülerfreundlicher Busverbindungen
  • Jugendunfreundliche Eintrittpreise im Sport- und Freizeitbad „Lagune“
  • Planung von Investitionen für den Tierpark
  • Aufrechterhaltung der Ordnung und Sauberkeit in Parks und auf Spielplätzen
  • Jugendgemäße Angebote bei der Ansiedlung von Geschäften im Blechen-Carré ......

veranlassten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Antworten auf konkrete Anfragen zu geben.

Anträge mit folgenden Inhalten:

  • mehr Aktionen „Gegen Rechts“
  • "Happy Hour" in der „Lagune“ – Forderung eines Bade-Tarifs, den Jugendlichen auch bezahlen können
  • Sanierung der Cottbuser Spielplätze
  • mehr öffentliche Graffiti-Wände
  • Sauberkeit an Badeseen
  • Sanierung der Sielower Landstraße - zentraler Dreh- und Angelpunkt, an den verschiedenste Institutionen, Schulen und auch das Freizeitbad "Lagune" anliegen
  • Schülerbeförderung

wurden nach anfänglichen Schwierigkeiten durch unbegründete Ängste der jungen Kommunalpolitiker sachlich und selbstbewusst diskutiert. Sie tauschten ihre Standpunkte aus und stimmten ab.

Beschlussfassungen - eine Aufforderung zum Handeln für Politik und Verwaltung!!!

Das bedeutet konkret: Der Oberbürgermeister wird in einem Gespräch mit dem Betreiber des Sport- und Freizeitbades „Lagune“ über die Eintrittspreise reden.

Ausgehend von den Anfragen wurden Ansprechpartner der Verwaltung zur abschließenden Klärung der bekannt gewordenen Sachverhalte benannt.

Gespräche mit einzelnen Jugendlichen machten deutlich, dass mit der Durchführung dieser Veranstaltung das Interesse an Kommunalpolitik bei vielen entwickelt wurde bzw. sogar gewachsen ist.

Nach den Sommerferien werden im Agendabüro konkrete Projekte initiiert, an denen Jugendliche selbst zu Experten werden können. Denn, wenn zur Lösung eines Problems ein Expertenrat von Nöten ist, kommt man meist nicht auf die Idee, Jugendliche zu fragen. Dies soll sich ändern!

Ich wünsche den jungen Menschen alles Gute und ein offenes Auge für ihre (und unsere) Zukunft.

Herzlichen Dank dem Trainerteam der Friedrich-Ebert-Stiftung für das kompetente Vermitteln von Kenntnissen auf dem Gebiet der Kommunalpolitik.

Dank an alle Stadtverordneten für die Unterstützung bei der Vorbereitung sowie für die Teilnahme am Finale.

Dank den Journalisten für die Darstellung in den Medien.

gez. Martina Hergt, Büro der Lokalen Agenda 21

Hier ein Auszug aus einem Schreiben der Sandower Oberschule Cottbus, Klasse 9a und Frau Kretschmer, an MA der Friedrich-Ebert-Stiftung, Büro des OB, Stadtverordnete der Stadt Cottbus v. 06.07.2007:

"Erste Auswertung des Planspiels Kommunalpolitik

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Ihnen mitteilen, dass wir sehr froh sind, an dem Planspiel Kommunalpolitik mitgemacht zu haben. Besonders die gespielte Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch, dem 04.07.2007, war ein tolles Erlebnis für uns. Jetzt denken wir ganz anders über Politik und verstehen Vieles besser.

Wir möchten uns bei den Mitarbeiterinnen der Stiftung, Daniela und Anne, bedanken, dass sie mit uns so viel Geduld hatten. Gerade bei der Vermittlung der Theorie war das sicher nicht so einfach. ebenso danken wir den Stadtverordneten, die sich Zeit genommen haben, mit uns gemeinsam das Projekt durchzuführen und deren Hinweise uns sehr geholfen haben. Gut fanden wir auch, dass uns niemand etwas vorschrieb oder bei der Sitzung dazwischen funkte. Wir hatten das Gefühl, ernst genommen zu werden. Besonders möchten wir uns bei unserem Oberbürgermeister bedanken, der uns bei der Sitzung auch noch ein paar gute Tipps gab. Auch Herrn Wonneberger, der an diesem Tag die Versammlung leitete, möchten wir für seine große Geduld danken.

Schwierig war für uns, dass die Versammlung so spät begann, so lange gedauert hat und erst keine Pause geplant war. Einige von uns hatten am Ende der Sitzung große Probleme, dem Ganzen noch folgen zu können. Wir haben jetzt großen Respekt vor den Stadtverordneten und dem Oberbürgermeister und fragen uns, wie sie es nur fertig bekommen, manchmal drei oder vier Stunden in einer Stadtverordnetenversammlung sich auf die wichtigen Themen zu konzentrieren. .....

Insgesamt hoffen wir, dass weitere solcher tollen Projekte für Jugendliche in Cottbus angeboten werden.

Mit freundlichen Grüßen

Klasse 9a und Frau Kretschmer"

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