Verordnung zu dem Corona-Virus für das Land Brandenburg vom 30. Oktober 2020 über befristete Maßnahmen zur Eindämmung in Einfacher Sprache

31.10.2020

In Brandenburg sind viel mehr Menschen an Corona erkrankt, als noch vor ein paar Wochen. Brandenburg ist jetzt ein „Risikogebiet“. Viele Menschen mit Corona müssen ins Krankenhaus.

Montag ist der 2. November. Dann tritt eine neue Corona-Verordnung in Kraft. Das hat die Landes-Regierung heute beschlossen. Bis zum 30. November gelten dann in Brandenburg strenge Regeln. Sie sollen dafür sorgen, dass sich das Virus langsamer ausbreitet. Ältere Verordnungen sind hiermit ungültig.

Die neuen Regeln haben die Minister-Präsidenten aus ganz Deutschland am 28. Oktober besprochen. Die Bundes-Kanzlerin Angela Merkel war auch dabei.

Gemeinsam gegen das Corona-Virus:

  • Neue Verordnung zu den Einschränkungen beschlossen
  • Kontakte sollen reduziert werden
  • Supermärkte und viele andere Geschäfte bleiben offen
  • Schulen und Kitas bleiben offen

Hier finden Sie die Regeln für viele Lebens-Bereiche.

Zuerst kommen allgemeine Regeln.

Dann kommen Regeln für bestimmte Lebens-Bereiche.

Am Schluss lesen Sie die Meinung der Politiker.

Wichtige Maßnahmen sind:

  • Abstand zu anderen Menschen halten: Mindestens 1 Meter 50
  • Auf Sauberkeit achten: oft die Hände mit Seife waschen; das Fremdwort für Sauberkeit heißt: Hygiene
  • Die Mund-Nase-Bedeckung tragen
  • So wenig wie möglich mit anderen Menschen zusammen sein
  • Man muss oft lüften. So kann man die Luft im Raum austauschen.

Abstand

Alle müssen 1 Meter 50 Abstand zu anderen Menschen einhalten.

In bestimmten Fällen muss man den Abstand nicht einhalten. Hier gelten Ausnahmen:

  • Für Personen, die im selben Haus oder in derselben Wohnung leben.
  • In Kitas.
  • In Schulen. Aber die Lehrer müssen gegenseitig den Abstand einhalten.
  • Zwischen den Schülerinnen und Schülern beim Sport.
  • Zwischen Studentinnen und Studenten beim Hochschul-Sport.
  • Wer beruflich Sport macht im Training und im Wettkampf. Das ist zum Beispiel auch die Bundesliga. Die Sportlerinnen und Sportler müssen sich an die Hygiene-Regeln ihres Vereins halten.
  • Wer für seinen Beruf an einem Bildungs-Angebot teilnimmt. Das findet dann in einer festen Gruppe statt.
  • Wer ein Ehrenamt hat und dafür den Mindest-Abstand nur schwer einhalten kann.

Maske

Die Mund-Nasen-Bedeckung nennt man auch Maske. Alle Menschen ab sechs Jahren müssen sie tragen. Und zwar dort, wo es manchmal schwierig ist, den Mindest-Abstand von 1 Meter 50 einzuhalten.

Wer muss auf jeden Fall eine Maske tragen?

  • Wer an einer Versammlung oder Demonstration teilnimmt.
  • Wer an einer religiösen Veranstaltung teilnimmt. Also Menschen, die sich in einer Kirche oder Moschee oder Synagoge treffen.
  • Wer in einem Geschäft arbeitet. Außer, man spricht nicht direkt mit den Kunden oder hat eine Trennung dazwischen, zum Beispiel aus Plexi-Glas.
  • Wer in seinem Beruf zu anderen Menschen Körper-Kontakt hat.
  • Wer in einer Gaststätte arbeitet. Man darf dort Essen und Getränke zum Mitnehmen verkaufen.
  • Wer einen anderen Menschen im Krankenhaus oder Pflegeheim besucht.
  • Wer Bus oder Bahn oder Taxi fährt. Nur der Fahrer nicht. Alle anderen müssen die Maske auch an der Haltestelle tragen.
  • Ältere Schülerinnen und Schüler in der Schule. Das gilt auch im Unterricht, nur nicht in Sport. Jüngere Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrer müssen die Maske tragen, wenn kein Unterricht ist.
  • Personen im Hort.
  • Menschen, die sich in einem Büro-Gebäude aufhalten und den Mindest-Abstand nicht einhalten können.
  • Alle Menschen, wenn sie in einem Aufzug fahren.

Wer muss keine Maske tragen?

  • Kinder unter sechs Jahren.
  • Menschen, die taub oder fast taub sind. Auch die Menschen, mit denen sie direkt zu tun haben oder unterwegs sind.
  • Personen, die keine Maske tragen können, weil es ihnen damit schlecht geht. Sie brauchen dann aber eine Bescheinigung vom Arzt.

Was ist wichtig?

Die Maske soll verhindern, dass kleine Tröpfchen von einem Menschen zum anderen kommen. Diese Tröpfchen stoßen alle Menschen aus, zum Beispiel beim Sprechen oder Niesen und Husten. Die Maske muss richtig sitzen. Sie muss eng über dem Mund und der Nase auf der Haut liegen. Wenn sie feucht ist, muss man sie wechseln.

Regeln für draußen

Draußen darf man sich nur mit den Menschen treffen, mit denen man zusammen wohnt. Oder noch mit einem anderen Haushalt. Zusammen dürfen das höchstens zehn Personen sein. Das gilt für alle öffentlichen Orte. Öffentliche Orte sind zum Beispiel Wege, Straßen, Plätze, Parks, Grünanlagen, Busse und Bahnen.

Auch hier gibt es Ausnahmen: Man darf weitere Menschen treffen, wenn man …

  • jemanden begleiten muss, der Unterstützung braucht.
  • draußen Kinder begleitet, die jünger als 14 Jahre alt sind.
  • ein Ehrenamt hat, bei dem auf jeden Fall mehrere Personen aufeinander treffen.
  • in einer größeren Gruppe zusammen sein muss.
  • Bei den Versammlungen draußen hat sich nichts geändert:
  • Man muss den Abstand einhalten.
  • Es dürfen weniger Menschen teilnehmen als sonst.
  • Die Menschen müssen eine Maske tragen.

Freizeit, Urlaub und Sport

Die meisten Freizeit-Einrichtungen müssen schließen. Zum Beispiel:

  • Gaststätten,
  • Kinos,
  • Theater,
  • Museen und viele andere

Manche Menschen haben ihren Urlaub schon vor dem 2. November begonnen. Sie müssen dann spätestens am Mittwoch wieder nach Hause fahren, also am 4. November, vor 24 Uhr. Hotels haben nur für Gäste geöffnet, die beruflich reisen.

Reisen in einem Reisebus sind verboten. Auch Stadtrundfahrten und Ausflüge auf dem Schiff sind nicht erlaubt.

Veranstaltungen in der Freizeit sind erlaubt, wenn sie mit weniger als zehn Personen stattfinden. Und wenn diese zehn Personen nur aus einem oder zwei Haushalten kommen.

Sport darf man alleine oder mit einer weiteren Person machen. Man darf zum Beispiel joggen gehen oder Fahrrad fahren oder angeln. Aber man darf nicht in der Gruppe Sport machen, egal ob draußen oder in der Halle. Deswegen bleiben auch Fitness-Studios und Turnhallen zu. In der Schule ist Sport erlaubt. Wer beruflich Sport macht, darf das weiter tun. Profis dürfen auch in Gruppen Sport machen, aber ohne Zuschauer.

Kinder unter 14 Jahren dürfen auf den Spielplatz gehen, wenn der Spielplatz draußen ist. Ein Erwachsener muss sie begleiten. Auf dem Spielplatz darf man zum Beispiel auch Tischtennis spielen.

Schulen und Kitas

Schulen und Kitas bleiben offen. Aber es gilt eine strengere Masken-Pflicht: Ab Montag müssen alle älteren Schülerinnen und Schüler auch in der Klasse die Maske tragen. Also auch nach dem Hinsetzen. Außer im Fach Sport.

Die anderen Kinder müssen die Maske außerhalb des Unterrichts tragen, zum Beispiel beim Ganztag. Oder wenn sie noch an Angeboten teilnehmen, die nicht zum Unterricht gehören. Im Lehrerzimmer müssen die Lehrer keine Maske tragen.

In einem Hort müssen schon alle ab fünf Jahren ihre Maske tragen. Die Kinder werden dort nur in festen Gruppen betreut.

Es gibt viele Bildungs-Einrichtungen. Zum Beispiel Hochschulen und Musikschulen. Die Kurse dürfen stattfinden, wenn man die Regeln einhält. Alle müssen eine Maske tragen, wenn das möglich ist. Wenn man singt oder ein Instrument spielt, darf man sie absetzen.

Gottesdienste, Hochzeiten und Beerdigungen

Bei religiösen Veranstaltungen, nicht-religiösen Hochzeiten und Bestattungen gelten die folgenden Regeln:

  • Man muss den Abstand einhalten.
  • Es dürfen weniger Menschen teilnehmen als sonst.
  • Die Menschen müssen eine Maske tragen.
  • Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen ihren Namen und ihre Telefonnummer aufschreiben.

Das heißt: Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen dürfen weiter stattfinden. Aber es ist wichtig, dass alle Gäste die Regeln beachten. Bei privaten Feiern gibt es wieder andere Vorgaben. Diese werden weiter unten erklärt.

Veranstaltungen zur Unterhaltung

Das sind Veranstaltungen, die nicht lebenswichtig sind. Die man in seiner Freizeit besucht.

Diese sind verboten, wenn mehr als zwei Haushalte teilnehmen. Und, wenn es mehr als zehn Personen sind.

Das betrifft auch alle privaten Feiern. Am besten ist es sogar, sich im November gar nicht zu treffen.

Sportveranstaltungen finden ohne Zuschauer statt.

Jäger dürfen Tiere jagen, wenn dies nötig ist.

Es gibt Veranstaltungen, die stattfinden müssen.

Das sind zum Beispiel Treffen von Vereinen und Parteien

  • Unter freiem Himmel dürfen sie mit weniger als 100 Menschen stattfinden.
  • Im Haus müssen es weniger als 50 Menschen sein. Bei Gerichts-Verhandlungen dürfen auch mehr Menschen zusammenkommen.

Auch bei diesen Veranstaltungen gilt:

  • Man muss den Abstand einhalten.
  • Es dürfen weniger Menschen teilnehmen als sonst.
  • Die Menschen müssen eine Maske tragen.
  • Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen ihren Namen und ihre Telefonnummer aufschreiben.

Es gibt Ausnahmen. Die muss das Gesundheitsamt dann aber extra erlauben. Sitzungen von Vereinen und Mitgliedern dürfen also stattfinden, wenn alle die Regeln beachten. Noch besser ist aber, alle Treffen im November abzusagen. Oder man verschiebt sie oder führt sie am Computer durch.

Geschäfte

Wichtig ist auch: Die Geschäfte bleiben weiter geöffnet. Man kann sich immer versorgen.

Im Geschäft muss man auch die Regeln beachten.

  • Man muss den Abstand zu anderen Personen einhalten.
  • Es dürfen weniger Menschen als sonst gleichzeitig das Geschäft betreten.
  • Alle müssen eine Maske tragen.
  • Die Mitarbeiter im Geschäft müssen öfter lüften.

Die Mitarbeiter im Geschäft müssen auch immer eine Maske tragen. Außer, sie sprechen nicht direkt mit den Kunden oder haben eine Trennung dazwischen, zum Beispiel aus Plexi-Glas.

Auch Märkte dürfen stattfinden, zum Beispiel der Wochenmarkt. Wenn man die Regeln einhält. Andere spezielle Märkte fallen aus, zum Beispiel Flohmarkt.

Im November bleiben einige Geschäfte geschlossen. Das sind die, bei denen die Mitarbeiter engen Kontakt zu den Kunden haben. Also zum Beispiel Nagel-Studios und Sonnenstudios und Tattoo-Läden.

Wer in einem medizinischen Beruf arbeitet, darf das weiter tun. Zum Beispiel bei der Fußpflege oder besonderen Therapien, wie der Physio-Therapeut. Auch Frisöre arbeiten im November weiter. Immer gilt: Alle müssen die Regeln einhalten.

  • Man muss den Abstand zu anderen Personen einhalten.
  • Es dürfen weniger Menschen als sonst gleichzeitig das Geschäft betreten.
  • Alle müssen eine Maske tragen.
  • Man muss seinen Namen und seine Telefonnummer aufschreiben.

Restaurants

Kantinen und Raststätten an der Autobahn haben weiter geöffnet.

Sonst müssen alle Gaststätten, Kneipen, Cafés und Bars im November schließen. Oder Essen und Getränke nur zum Mitnehmen verkaufen. Man kann vorher dort anrufen oder über das Internet bestellen. Wer in einem solchen Geschäft arbeitet, muss die Regeln beachten.

Weitere Regeln

Man darf Menschen im Krankenhaus oder Pflegeheim besuchen. Man soll ihnen aber am besten nicht zu nahe kommen. Sie nicht umarmen.

Beim Besuch muss man die Regeln einhalten und natürlich die Maske tragen. Man kann sie absetzen, wenn es eine Trennwand gibt. Man muss seinen Namen und die Telefonnummer aufschreiben. Zu anderen Menschen und den Mitarbeitern muss man Abstand halten.

Man darf weiter mit dem Bus oder mit dem Zug fahren. Wenn man seine Maske trägt. Auch an der Haltestelle und auf dem Bahnsteig. Der Busfahrer muss keine Maske tragen.

Jugendarbeit ist verboten. Das sind zum Beispiel Klubs und Freizeit-Treffs. Aber in Kinderheimen und Internaten werden die Kinder und Jugendlichen weiter versorgt. Sie bleiben geöffnet.

In Büros und anderen großen Gebäuden müssen alle eine Maske tragen. Wenn man nicht nur an einem festen Platz sitzt. Und man muss den Abstand zu anderen Menschen einhalten. Wenn man Aufzug fährt, muss man die Maske tragen.

Geschlossen bleiben:

Diskos, Messen, Ausstellungen, Spielhallen, Spielbanken, Spezialmärkte, Wett-Annahme-Stellen, Kinos, Theater, Konzerthäuser, Museen, Freizeitparks und Zoos, Schwimmbäder, Saunen, Jahrmärkte und andere Freizeitangebote.

Offen sind:

Bibliotheken und Gedenkstätten sind geöffnet. Schwimmbäder können zum Beispiel für Profi-Schwimmer öffnen. Oder für das Fach Schwimmen in der Schule.

Achtung! Die Verordnung von der Landesregierung in Brandenburg gilt für alle. Alle müssen sich daran halten. Wer gegen die Regeln verstößt, muss ein Bußgeld bezahlen. Ein Bußgeld ist eine Geldstrafe. Die Bußgelder reichen von 50 Euro bis 25.000 Euro. Man muss auch ein Bußgeld bezahlen, wenn man zum Beispiel einen falschen Namen angibt. Oder an einer Veranstaltung teilnimmt, die verboten ist.

Die Landkreise und großen Städte können selbst strengere Regeln aufstellen. Das machen sie, wenn in einem bestimmten Zeitraum noch mehr Menschen an dem Virus erkranken. Sie können auch selbst festlegen, auf welchen Plätzen oder Straßen man sonst noch die Maske tragen muss.

Quelle: MSGIV, Verordnung über befristete Eindämmungsmaßnahmen aufgrund des SARS-CoV-2-Virus und COVID-19 im Land Brandenburg (SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung - SARS-CoV-2-EindV) vom 30. Oktober 2020; Pressemitteilung von Regierungs-Sprecher Florian Engels.